USA Roadtrip April 2014 – Von Dallas bis New Orleans – 5.945 km durch den Lone Star State

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Dieses Jahr schreibe wieder ich – Bob- den Reisebericht. Wer die Reisen von Chris und Moni schon länger verfolgt weiß, dass Moni das Schreiben des Reisetagebuchs vertrauensvoll in meine Hufe gelegt hat. Ihr habt richtig gehört – Hufe! Denn ich – ein Plüschschwein – begleite mit meinem Kumpel Camelot (einem Kamel) die Reisen von Christian und Monika und dokumentiere unsere Abenteuer. Auf meinen letzten Reisebericht gab es viel positive Resonanz – einige von Euch sind unsere Touren sogar nachgereist – darüber habe ich mich natürlich saumäßig gefreut! Ich hoffe, dass Ihr am diesjährigen Reisetagebuch genau so viel Freude haben werdet. Ich habe mir auf jeden Fall die Hufe wund geschrieben für Euch!

Für den diesjährigen USA-Roadtrip haben sich Chris und Moni für eine Tour durch Texas entschieden. Da Texas in den Sommermonaten (Juni –September) allerdings regelmäßig sämtliche Hitzerekorde bricht, wird der diesjährige Sommerurlaub kurzfristig in den April geschoben. Zu dieser Jahreszeit sollen dort „lediglich“ Durchschnittstemperaturen um die 30 Grad herrschen. Auf die Frage “Welche Tour macht Ihr denn diesmal?” antworten wir also wahrheitsgemäß “Texas!”… allerdings ist die Reaktion immer irgendwie merkwürdig. Ein ratloses “Aha?!” Irgendwie kann niemand mit dieser Info etwas anfangen. Wieso eigentlich? Aber bei der Reiseplanung kam es uns auch ein wenig seltsam vor – anscheinend reisen wir dorthin, wo sonst – offenbar – kaum jemand hinreist. Chris hatte die grandiose Auswahl aus zwei ! deutschen Reiseführern, daher hat er sich hier zusätzlich mit englischen Reiseführern beholfen. Die Auswahl an Reiseberichten zu Texas ist auch sehr überschaubar. Noch mehr Ansporn für mich, diesen Bericht so informativ wie möglich zu gestalten, damit Texas-Interessierte hier einige nützliche Tipps für Ihre Reiseplanung entnehmen können.

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Freitag, 18.04.2014. Abflug Düsseldorf – Chicago – Dallas

Tageskilometer : 30 km

Um 6 Uhr müssen wir startklar im Auto sitzen, daher reißt uns der Wecker bereits um viertel vor fünf aus dem Schlaf. Meine Güte ist das früh! Gut, dass Camelot und ich nicht duschen müssen – einmal in der Bettdecke suhlen reicht und geht erheblich schneller. Moni rennt wieder herum wie ein aufgeschrecktes Huhn um noch die letzten 500 Dinge zu erledigen, schafft es aber dann doch pünktlich fertig zu sein. Im Auto kommt dann die übliche „ich bin sicher, ich hab was vergessen“ Litanei, aber diesmal habe ich vorgesorgt und Ohropax mitgenommen…das hält ja kein Schwein aus! In Düsseldorf angekommen, checken wir direkt ein und bringen die Zollabfertigung hinter uns. Cam hat Angst, dass er von dem vielen röntgen bei den Sicherheitskontrollen Höckertumore bekommt… vielleicht beantragen wir für die nächste Reise einen Röntgenpass ? Danach frühstücken Chrismo erst mal gemütlich in der AirBerlin-Lounge, während Cam und ich im Reiseführer blättern bis unser Flug aufgerufen wird. Also dann – auf nach Texas ! Lone Star State – wir kommen!

Chris hat schon vor einem halben Jahr bei American Airlines die Sitze in der Main Cabin Extra gebucht – das heißt, die beiden können die Beine ausstrecken und müssen nicht 8 Stunden mit den Knien unter dem Kinn hocken. Das macht den Flug direkt viel angenehmer! Die Zwischenlandung in Chicago dauert zwar 3 Stunden – aber nach der Zollkontrolle und dem neuen Check-In, inklusive Sicherheitskontrolle, ist schon die Hälfte der Zeit um. Diesmal wird Chris zum ersten Mal wegen seiner ganzen Medis und den Insulinampullen raus gewunken und der Beamte testet auf Drogen. Cam und ich habenein klein wenig Muffensausen, aber schon nach kurzer Zeit ist Chris entlassen und wir können uns über Moni im Nacktscanner amüsieren. Anschließend geht es erst mal in den DutyFree-Shop, wo Moni eine halbe Tube Handcreme „testet“. Die hatte sie nämlich vergessen ins Handgepäck zu packen und muss jetzt Nachsorge betreiben. Ja, ja… sie hatte doch was wichtiges vergessen… grunz… Meine Hufe brauchten noch nie Creme, die sind auch so plüschig weich!

Ein paar Stunden später landen wir in Dallas, holen das Gepäck von Band und nehmen den nächsten Bus zur Alamo Autovermietung.

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Chris hat schon alles online gebucht, wir müssen also nur ein schönes Riesenbaby aussuchen und losfahren. Diesmal wird es ein schwarzer GMC Yukon, mit V-8 Motor und 335 PS… Moni schwebt also auf Wolke7. Leider verhört sie sich beim Namen und versteht YouPorn statt Yukon… ich befürchte, der Wagen hat seinen Spitznamen jetzt schon weg…

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Es geht zu unserem Hotel, dem Westin Galleria Dallas. Sehr schön und direkt an einer riesigen Einkaufsgalerie gelegen. Nachdem wir also das Gepäck im Zimmer abgestellt -und das Zimmer ausgiebig bewundert haben (modern, groß, mit bodentiefen Fenstern und Aussicht über Dallas ) geht es durch das Foyer direkt in die schicke Mall zum essen fassen.

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Die ganzen Shops lassen Moni völlig kalt – sie hat Hunger, und jeder der sie kennt weiß, wenn sie nicht schnell was zwischen die Kiemen bekommt, dann wird es gefährlich. Daher gibt es bei Panda, direkt mit Blick auf die beleuchtete Schlittschuhbahn der Mall, leckeres Orange Chicken und Beejing Beef. Puh… Gefahr gebannt, keine Verletzten… diesmal. Danach geht es direkt ab in die riesigen Betten – schließlich sind wir jetzt seit 24 Stunden unterwegs und können und kaum noch auf den Hufen halten.

Samstag, 19.04.2014 Dallas – Ennis / Blue Bonnet – Dallas Downton

Tageskilometer : 235 km

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Dank der Zeitumstellung ist Chris bereits um 4 Uhr wach. Moni pennt jedoch bis 7 Uhr durch – wie Sie das geschafft hat weiß sie selber nicht. Aber sie hat Hunger… also wird schnell aus den Federn gehüpft. Während die beiden sich fertig machen, sitzen Cam und ich noch gemütlich auf der gepolsterten Fensterbank und bewundern die Aussicht auf Dallas bei Sonnenaufgang.

Zum Frühstück geht es zu Denny´s, da mussten die Zwei ja jetzt fast ein ganzes Jahr drauf verzichten. Es gibt das Superbird-Sandwich für Chris und ein großes Omelett mit Pilzen, Spinat, Tomaten und Zwiebeln, Obstsalat und gebutterten Vollkorntoast für Moni – damit hört dann auch endlich das Geknatsche auf.

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Gestärkt geht es nach Ennis zu den Blue-Bonnet-Feldern. Das sind riesige Blumenteppiche aus blauen Lupinen. Die Blue Bonnet ist die Staatsblume von Texas die nur im Frühling blüht – zu dieser Zeit kann man die herlichen, duftenden, blauen Blumenteppiche auf den Feldern und Wiesen bewundern. Unser Timing könnte also nicht besser sein. Der Ort Ennis ist jedoch besonders bekannt für seine ausgeprägten Blue Bonnet Felder, dass möchten wir natürlich sehen. Camelot ist total begeistert, wie gut die Farbe Blau mit seinem orangen Fell harmoniert. Petrus ist heute auf unserer Seite – die Sonne strahlt vom Himmel und wir haben bereits am Vormittag 27 Grad.

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Gegen Mittag sind Chrismo mit einem deutschen Pärchen verabredet, welches seit einiger Zeit in Dallas lebt. Treffpunkt ist der Reunion Tower in Dallas – wir vier wollen nämlich unbedingt Dallas aus 171 Meter Höhe sehen. Tatsächlich wollen die beiden sogar mit und kommen, da sie – obwohl sie in Dallas wohnen – diesen Ausflug noch nicht gemacht haben.

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Die Taschenkontrolle ist hier leider nicht so lustig wie in Seattle und Camelot wird nicht vor Publikum bewundert. Moni muss ihren Rucksack nur kurz öffnen und die Security leuchtet mit der Taschenlampe von oben herein. Was das bringen soll – außer dass Camelot 5 Minuten lang grüne Punkte vor den Augen hat – weiß keiner. Letztendlich hätten wir auf einer Bombe sitzen können – unter meinen Schweinehintern hat keiner geleuchtet.

Auf der Aussichtsplattform ist es zwar so windig, dass meine 5 Haare richtig verwuschelt werden, aber die Aussicht ist fantastisch.

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Danach geht es zu sechst weiter durch die – überraschend schnuckelige – Innenstadt von Dallas. Wir hatten eine unpersönliche Stadt mit vielen Hochhäusern erwartet – tatsächlich gibt es jedoch viele gemütliche kleine Shops und Grünflächen. Hin und wieder fahren Pferdekutschen an uns vorbei wo die Pferde bunt lackierte Hufe haben. Ich überlege gerade ob meine Hufe in blau-metallic vielleicht auch stylischer aussehen würden, als wir das 6th-Floor Museum erreichen– auf der Straße davor sind Kreuze auf dem Asphalt aufgemalt, welche anzeigen wo das Attentat auf Kennedy stattgefunden hat.

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Danach müssen Chrismo natürlich noch ein Shirt im Hardrock-Cafe mitnehmen, bevor wir im berühmten Wild-Bill-Western-Shop nach einem Hut oder Shirt für Camelot suchen. Leider werden wir nicht fündig. Sein Schädel ist klein für die angebotenen Stetsons und seine Oberweite zu groß für die „Teddyshirts“. Camelot ist es schon ein wenig peinlich, dass er so große Höcker auf dem Rücken trägt. Ich finde es lustig und nenne ihn den ganzen Tag nur noch „Quasimodo“.

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Im Convention Center District liegt Pioneer Plaza – ein großer Park in dem eine riesige Skulptur zu bewundern ist – nämlich 70 lebensgroße Longhorns aus Bronze. Wir finden die Rindviecher sehr beeindruckend – sehen sie doch wirklich sehr realistisch aus.

Für das Abendessen wollen wir zu Twisted Rootburger. Leider gestaltet sich der Weg dorthin etwas schwierig, da aufgrund eines Marathons nahezu jede Straße, welche unser Navi angibt, gesperrt ist. Mit einer Stunde Verspätung können wir jedoch leckere Buffalo Burger auf der Terrasse mit Blick auf die Skyline von Dallas genießen.

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Anschließend werden wir vier von den beiden „Auswanderern“ noch auf einen Cocktail nach Hause eingeladen. Die beiden bewohnen, im 12.Stock in einer modernen Wohnanlage, eine wunderschöne Wohnung mit fantastischem Blick über ganz Dallas. Nach einer Führung durch die Anlage, welche über ein Fitnessstudio, zwei Außenpools, Grillplätzen und weiteren Annehmlichkeiten verfügt, genießen wir auf dem Balkon die leckeren Cocktails – und die Aussicht. Ja, so könnten wir uns das Auswandern auch vorstellen. Dann geht es aber ab ins Hotel und in die Heia – es war schließlich ein langer Tag. Um Mitternacht krabbeln Camelot und ich zu Moni ins Bett – die auch direkt ins Koma fällt – während Chris noch die heutigen Fotos auf das Netbook zieht.

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Sonntag, 20.04.2014 Dallas- Fort Worth –Stockyards – Fort Worth Downton

Tageskilometer : 80 km

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Punkt 4 Uhr ist die Moni wach – und das, obwohl wir alle erst um Mitternacht im Bett waren. Naja, jetzt bin ich ebenfalls wach …Cam und Christian schlafen noch seelig und Moni liest auf Ihrem Tablet – damit habe ich genug Beleuchtung um den Reisebericht auf den neuesten Stand zu bringen. Ich tippe also fleißig – mit dem 2-Hufe-Such-System – den gestrigen Tag ein und ehe ich es mich versehe ist es bereits 7 Uhr und der Wecker klingelt Chris und Camelot wach. Gemütlich schauen wir noch im Bett die am Vortag geschossenen Fotos an, dann heißt es – fertig machen und auschecken. Moni möchte noch unbedingt die Starbucks Citymug von Dallas mitnehmen, daher gehen wir anschließend noch schnell durch das Foyer in die große Galleria. Da Ostersonntag ist, ist die Mall so gut wie ausgestorben. Bis auf Starbucks hat kein weiteres Geschäft geöffnet und nur wenige Frühaufsteher verteilen sich auf den 3 Etagen. Auf der Eisbahn trainiert jedoch ein kleines Mädchen mit Ihrer Trainerin Pirouetten – ok, die Eisbahn ganz für sich alleine zu haben ist sicher toll, aber um 8 Uhr Morgens am Ostersonntag ? Die Tasse ist schnell gekauft und bald sitzen wir im Auto und steuern das nächste Denny`s an. Anscheinend waren wir sehr naiv zu glauben, dass es an einem Ostersonntag nicht allzu voll sein wird in einem Diner. Sehen wir doch lauter glückliche Familien zuhause um den Esstisch verteilt… Falsch gedacht – die Schlange geht schon bis vor die Eingangstür. Ganze Großfamilien (teilweise mit 3 Generationen ) verteilen sich auf das Lokal – und alle haben sich so richtig rausgeputzt. Weiße Kleider, Anzüge und Krawatten – tja… wer sagt denn, dass man Ostern nur zuhause feiern kann, wenn man genauso gut die ganze Bagage zu Pancakes und Waffeln im Diner treffen kann!? Chrismo fühlen sich schon ein wenig underdressed in ihren Trekkingschuhen. Bald wird jedoch ein Tisch für uns frei und Moni bestellt mal wieder ihr Veggie-Omelette mit Obstsalat als Beilage während Chris das Superbird Sandwich bestellt. Nach dem Frühstück geht es auf den Highway Richtung Fort Worth zu den Stockyards. Einst eines der größten Viehhandelszentren der USA, ist der Ort jetzt nur noch eine reine Touristenattraktion. Die Stallanlagen stehen zum Großteil leer und zweimal täglich gibt es den Cattledrive – hier wird eine Longhornherde durch die Cowboystadt geführt. Leider fällt der Cattledrive heute wegen Ostern aus. Daher schauen wir uns nur die Stallungen und die Longhorns an und bummeln nachher durch die zahlreichen Shops um ein Shirt oder passenden Cowboyhut für Camelot zu finden. Tatsächlich finden wir einen Hut, der mir perfekt passt. Auf Camelots Kopf passt er nur, solange er sich nicht bewegt oder atmet – also erkläre ich mich bereit diesen hin und wieder ( für Fotoshootings ) an Cam zu verleihen.

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Anschließend bummeln wir noch durch den Historic District, dann fahren wir weiter zur fünftgrößten Stadt von Texas – Fort Worth. Wo wir uns in unserem Hotel, dem Renessaince einquartieren. Das Vier Sterne Hotel ist wirklich fantastisch, aber leider auch riesig – der Weg vom Parkhaus zur Rezeption gestaltet sich mit den Rollkoffern auf dickem Teppichboden recht schwierig, denn das noble Hotel ist wie ein Irrgarten angelegt. Irgendwann haben Chrismo aber endlich eingecheckt und beziehen unser Zimmer im 11.Stock mit zwei Queensize-Betten und Blick über Fort Worth.

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Chris und Moni machen sich erneut auf die Socken um die schnucklige Downtown zu erforschen, während Camelot und ich schon mal die Betten vortesten. Später erzählen uns die Beiden, dass sie lediglich ein wenig zum Sundance Square spaziert sind, sich dann in den Water Gardens die Wasserspiele angeschaut haben, um dann anschließend bei Tacco Factory auf der Terrasse, direkt am Sundance Square ein leckeres Abendessen, bestehend aus Sopa de Tortilla und Quesadillas, zu genießen. Der leichte Regenschauer erwischt die Zwei zum Glück erst nach dem Essen. Chris hat also das Vergnügen eine (aufgrund der leckeren Margaritas) ziemlich angeheiterte Moni zurück ins Hotel zu bugsieren. Danach werden Bilder auf das Netbook gezogen und anschließend ein Bad genommen, bevor die zwei Cam und mir im Bett Gesellschaft leisten.

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Montag, 21.04.2014 Fort Worth – Amarillo – Cadillac Ranch – Historic Route 66

Tageskilometer : 630 km

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Um 8:00 Uhr hüpfen wir aus den Federn und das tägliche“duschen-anziehen-zusammenpacken-aus checken-Programm“ wird abgespult. Cam und ich haben kein Gepäck und können daher noch so lange an der Matratze horchen.

Heute gibt es wieder Frühstück bei Denny`s – wo sonst!? Chris gönnt sich heute das Steaksandwich, Moni hält eisern an Omelett und Obstsalat fest, anschließend bekommt der Yukon sein Frühstück an der Tankstelle.

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Wir sind erst ein paar Meilen auf dem Highway gefahren, als links von uns ein Pick-Up vorbeifährt bei dem beide Hintertüren einen Spaltbreit offen stehen – wir schauen genauer hin und stellen fest, dass es sich um ein Mädchen im Teenager Alter handelt, welches seitlich auf der Rückbank sitzt und die Tür mit beiden Händen offen hält. Während wir uns noch darüber wundern, stürzt das Mädel plötzlich aus dem fahrenden Auto auf dem Highway – und auf der andern Seite purzelt ein Junge heraus. Beide überschlagen sich beim Sturz und bleiben auf der Straße liegen. Zum Glück sind die Fahrer der Wagen dahinter geistesgegenwärtig genug um direkt abzubremsen, sonst wären die beiden überfahren worden. Die Fahrerin im Wagen vor uns springt sofort aus ihrem Wagen, hilft dem Mädchen und ruft den Notdienst, während wir ihrer Beifahrerin (der Mutter) in unserem Auto Asyl gewähren – die Gute ist nämlich einfach aus dem Wagen gestiegen und steht nun mitten auf der Interstate, wo sich der Verkehr mittlerweile gnadenlos seinen Weg um herumstehende Menschen und Autos herum findet.Wir fahren mit ihr an den Seitenstreifen wo sie sicher hinter einem Verkehrsschild auf ihre Tochter warten kann, welche mit den anderen Unfallbeteiligten auf dem gegenüberliegenden Seitenstreifen steht. Mit flauen Gefühl im Magen und wild spekulierend setzen wir unsere Tour fort und an der nächsten Tankstelle übernimmt dann Moni das Steuer. Zum Glück verläuft die weitere Fahrt ereignislos – zumindest werfen sich keine weiteren Personen aus fahrenden Autos.Weitere 200 Meilen später gibt es eine kurze Pipipause an der Tankstelle, wo auch dringend benötigtes neues Bugwash gekauft wird – pro Meile prallen nämlich gefühlt 50 Käfer vor die Windschutzscheibe und dementsprechend ist die Sicht nach Vorne. Chris überredet Moni noch zu einem Cookie-Eis am Stiel, was bedeutet, dass sie den Fahrersitz abgeben muss …der Mann ist gewitzt, das muss man ihm lassen !

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Um 17:00 Uhr erreichen wir die berühmte Cadillac-Ranch, direkt an der Historic Route 66. Hier wurden im Jahr 1974, von einer Künstlergruppe, zehn Cadillacs in einer Linie und im gleichen Winkel mit der vorderen Hälfte im Boden eines Maisfelds eingegraben. Sie stammen aus den Baujahren 1948-1963 und repräsentieren den Beginn und den Niedergang der Heckflossen-Modelle der Fünfzigerjahre. Sie sollen die Freiheit symbolisieren, welche das Auto mit sich brachte.      

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Das Wetter könnte kaum besser sein – es ist heiß, sonnig und der Himmel wolkenlos. Zuerst haben wir das Kunstwerk ganz für uns, doch schon bald treffen mehrere Großfamilien ein- alle bewaffnet mit Farbsprühdosen. Uns ist bekannt, dass es sich um ein lebendiges Kunstwerk handelt – die Autos sind über und über mit Graffiti besprüht und Besucher werden dazu ermuntert sich ihrer „sprüherischer Kreativität“ hinzugeben, daher ändern die Wagen auch ständig ihr Aussehen. Trotzdem können wir unseren Augen kaum glauben, als plötzlich alle beginnen – vom Dreijährigen bis zur Oma – fleißig die Autowracks zu besprühen. Scheint hier tatsächlich ein beliebter Volkssport zu sein… leider gehört „Farbdosenweitwurf“ ebenfalls dazu – das Feld ringsherum ist übersät mit leeren Aluminiumdosen. Wir flüchten vor den selbsternannten „Graffitikünstlern“ und fahren ein Stück auf der Historic Route 66.

 

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Unsere Mägen melden jedoch bald darauf Bedarf nach Futter an, also fahren wir zur Big Texan-Steak-Ranch. Das Restaurant ist vor allem für seine 2 kg Steaks berühmt – wer es schafft dieses – zusätzlich zu einer Backkartoffel in Kindskopfgröße zu verspeisen, bekommt sein Essen gratis. Chrismo entscheiden sich trotzdem für „normale“ Rumpsteaks mit Salat, Baked Potatoes und Fries. Moni überredet Chris sogar dazu ein sehr promillehaltiges Bier zu bestellen – und dann noch eins … sie möchte schließlich wieder fahren. Ja – beide arbeiten mit allen Mitteln, um das Steuer in die Hand zu bekommen.

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Abends erreichen wir dann müde und voll gefressen unser Hotel das Courtyard by Marriott in Amarillo Downtown. Von außen ein schönes altes Gebäude, von innen top modern und frisch renoviert. Wir machen es uns in dem gepflegten, großen Zimmer gemütlich. Dort zieht Chris die Fotos auf den Nettop, während Moni das Internet nach Unfallberichten aus Fort Worth durchsucht. Anscheinend sind Teenager, die auf Interstates aus fahrenden Autos fallen, jedoch keine Meldung wert.

Allerdings stößt sie dabei auf die Unfall- und Verbrechensberichte der letzten paar Tage rund um Fort Worth … tja, was soll ich sagen – manche Dinge will man gar nicht wissen.

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Dienstag, 22.04.14 Amarillo – Palo Duro Canyon – Caprock Canyon – Floydada – Lubbock

Tageskilometer : 430 km

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Obwohl der Wecker erst für 8:00 Uhr gestellt war, sind wir bereits um 7:00 Uhr wach. Ich nutze die Zeit um den Reisebericht auf den neuesten Stand zu bringen, während Chrismo und Cam sich erst noch die Nachrichten im Fernsehen anschauen und anschließend zusammen packen. Gefrühstückt wird natürlich wieder im Denny`s. Moni entscheidet sich für das Superbird-Sandwich, während Chris heute der Sinn mehr nach Chicken-Quesadillas steht.

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Danach wird erst einmal die nächste Tankstelle angefahren. Während Chris den Wagen füttert, entfernt Moni den, auf dem Highway gesammelten, Käferfriedhof von der Windschutzscheibe und wir kaufen neues Bugwash ein. Kaum fahren wir auf die Inerstate auf, denken wir es hagelt … nanu…bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel ? Tatsächlich handelt es sich um unzählige Insekten, die während der Fahrt von unserer fahrbaren Schrankwand ins Jenseits befördert werden und dabei die Akkustik eines Hagelsturms verursachen…upsi… Wir fahren vorbei an unzähligen Baumwollfeldern, zum Palo-Duro-Canyon, dem zweitgrößten Canyon in den vereinigten Staaten. Er ist knapp 195 km lang und bis zu 244 m tief.

Der Palo-Duro wird wegen seiner Größe und den beeindruckenden, vielfarbigen Gesteinsschichten, auch der Grand Canyon von Texas genannt.

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Die Landschaft hier ist fantastisch. Chris lässt abstimmen, ob wir den – sicherlich schönsten aber auch 6 km langen –  Lighthouse Trail wandern wollen. Cam und ich stimmen erst dafür – nachdem Christian aber klarstellt, dass er schon „wandern“ meint und nicht „rumgetragen werden“, entscheiden wir uns spontan gegen die Wanderung… ich will schließlich keine Blasen an meinen Hufen riskieren!

Also erkunden wir die Gegend mit dem Wagen und halten an den interessanteren Stellen um dort ein wenig herum zu spazieren. Bei knapp 30 Grad kommen wir dabei ganz schön ins schwitzen

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Gegen Mittag übernimmt Moni das Steuer und nach weiteren 100 Meilen erreichen wir unser nächstes Ziel – den Caprock Canyons State Park, den drittgrößten State Park von Texas. Die letzten Meilen dorthin führen über unbefestigte Feldwege aus rotem Sand, da macht der Moni das fahren doppelt soviel Spaß! Caprock Canyons gefällt uns sogar noch besser als Palo Duro, denn hier kreuzen häufig Bisons die Straße und Erdmännchen wuseln überall herum – sogar ein Roadrunner flitzt vor unserem Wagen über den Weg. Camelot ist ganz enttäuscht, sieht ein Roadrunner in Realität doch so gar nicht aus wie der, den er aus der Bugs-Bunny-Show kennt…und hupende Geräusche macht er auch nicht. Einen See gibt es hier auch, den Lake Theo – natürlich möchte Moni – wie immer – direkt wieder Planschkuh spielen. Zum Glück kann Chris Sie davon überzeugen, dass sie ihre Käsefüße doch bitte – zum Wohle der Bisons die an diesem See trinken – in den Schuhen lassen soll.

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Am späten Nachmittag fahren wir weiter Richtung Lubbock und machen auf dem Weg einen kurzen Zwischenstopp in Floydada – ein Ort der nicht nur lustig klingt sondern wirklich kurios ist. Hier gibt es viele alte, halbverfallenen Gebäude. Bei manchen Geschäften sind wir davon überzeugt es handelt sich um eine verlassene Bruchbude – bis wir tatsächlich Kunden hinein- oder herauspazieren sehen. Auf jeden Fall ein lohnender Fotostopp.

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Nachdem wir am Abend im Quality Inn and Suites in Lubbock eingecheckt haben wird per Internet die Restaurantauswahl vor Ort geprüft. Obwohl die Auswahl groß ist, entscheiden Chrismo sich mal wieder für ihr Lieblingslokal Chili`s. Cam und ich machen es uns derweil im Hotelzimmer gemütlich und zappen durch die Fernsehkanäle.

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Mittwoch, 23.04.14 Lubbock – Carlsbad – Carlsbad Caverns NP

Tageskilometer : 420 km

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Um 8:00 Uhr geht es zum Frühtücksbuffet im Hotel. Außer der üblichen Auswahl mit Joghurt, Cornflakes, Oatmeal und Marmelade gibt es noch frische Waffeln in der Form von Texas. So hat man zur Abwechslung mal ein Stück Erdkunde auf dem Pappteller! Frisch gestärkt geht es erst einmal zur Waschstraße wo Chris den Wagen gründlich abduscht – wir können ja nicht ständig mit diesem Käferfriedhof auf Kotflügel und Scheibe herumfahren!

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Nach dem anschließenden Tankstopp übernimmt Moni das Steuer, während Chris ein Schläfchen hält- daher bekommt er auch nicht mit wie wir den Bundesstaat Texas verlassen und New Mexico erreichen. Leider fotografiert auch keiner das quietschbunte Tor, welches die Grenze zum anderen Bundesstaat markiert. Chris pennt, Moni fährt und meine Arme sind zu kurz um die Kamera zu bedienen. Camelot vergeigt es mal wieder. Beim Versuch die Kamera aus der Tasche zu holen, verheddern sich seiner Arme und Beine ineinander und nix geht mehr… naja, dann gibt es halt kein Foto.

Da in New Mexico auch eine andere Zeitzone herrscht, können wir bei der Ankunft in unserem Zielort Carlsbad die Uhren zurück stellen und gewinnen damit direkt 1 Stunde – praktisch !

Das erste Mal kommen wir in einem Super8 unter und Moni erwartet das Schlimmste – aber die Zimmer sind sauber und gepflegt. Sicherlich war die Einrichtung zum letzten Mal modern, als Moni noch mit der Rassel um den Tannenbaum gerobbt ist, aber Retro ist ja wieder schwer im kommen, gell? Die Leidenschaft für Rosen, die der Manager hier anscheinend hegt, ist allerdings nervig. Es mag ja sein, das vor dem Hotel drei kümmerliche Rosensträucher ihr Dasein Fristen, aber muss man daher wirklich jedes Zimmer großzügig mit künstlichem Rosenduft aus der Spraydose beduften? Ich versuche so wenig wie möglich durch den Rüssel zu atmen.

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Zum Glück geht es nach dem Koffer abstellen direkt weiter zu den Carlsbad Caverns Nationalpark. Der Park ist weltweit berühmt für die Tropfsteinhöhlen – und zahlreiche andere – aus einem Riff aus der Perm-Periode entstandenen Felsformationen. Im Park gibt es 83 einzelne Höhlen, darunter die tiefste bekannte Kalksteinhöhle der USA mit einer Tiefe von 487 m unter der Erdoberfläche. Die Carlsbad-Höhle hat einen der weltweit größten unterirdischen Räume. Seit 1995 gehören die Höhlen zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Die Höhlen beheimaten rund 1 Million Fledermäuse. Tagsüber hängen sie dicht gedrängt an der Decke der Bat Cave. Dieser Teil der Höhle für den Publikumsverkehr gesperrt und nur Forschern zugänglich. Bei Einbruch der Nacht machen sich gigantische Fledermausschwärme auf, um nach Nahrung zu suchen. Dieses Schauspiel kann allabendlich vom Amphitheater am Eingang aus beobachtet werden.

Da das Wetter so herrlich ist, fahren wir einen Umweg über den Walnut Canyon Desert Drive – eine unbefestigte Schotterstrecke. Die Felsformationen der Guadalupe Mountains sind wirklich beeindruckend. Moni hält fleißig nach Schlangen Ausschau, die Vibration unseres Wagens verjagt jedoch wohl jedes Reptil im Umkreis von 5 Meilen … Schwein gehabt!

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Als wir um 16:30 Uhr bei den Höhlen ankommen, erfahren wir, dass die Tore für Besucher eigentlich gerade geschlossen werden – zum Glück ist man hier nicht kleinlich und schleust uns noch, als letzte Besucher des Tages, in den Fahrstuhl mit dem wir einige hundert Meter in die Tiefe fahren. Der Eintrittspreis beträgt 10 Dollar.Für den gesamten Höhlenrundgang sind wir zu spät dran und dürfen lediglich den Big Ballroom durchwandern – das reicht allerdings völlig aus, immerhin ist man auch hier eine gute Stunde unterwegs und da es wirklich eine riesige, hohe und sehr beeindruckende Höhle ist, mit den unterschiedlichsten Formationen von Stalaktiten und Stalagmiten und unterschiedlichen Kalksteingebilden hinter jeder Ecke, ist nach dem Rundgang tatsächlich auch das „Ah“,“Oh“ und „Wow“ Ausruflevel erreicht und man hat eigentlich nicht wirklich das Gefühl etwas verpasst zu haben. Wir sind rechtzeitig fertig um mit dem letzten Fahrstuhl wieder zurück nach oben zu fahren. Nach der dunklen Höhle mit ihren angenehmen 13 Grad werden wir von der Hitze und der gleißenden Sonne erst einmal erschlagen. Erst da fällt Moni ein, dass sie doch eigentlich einen Pulli für die Höhle mitnehmen wollte. Gefroren hat sie auf jeden Fall nicht. Die Temperaturen dort unten sind wirklich angenehm.

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Moni fährt zurück nach Carlsbad und steuert dort das nächste Chili´s Bar and Grill an, wo wir leckere Tortillas mit Schrimps und Steak und Quesadillas futtern. Anschließend geht es noch zum nächsten Walmart wo wir uns mit neuen Getränken und Bugwash ausstatten… ich glaube, ich habe Moni auch dabei erwischt, wie sie klammheimlich noch Hershey Schokolade in den Einkaufswagen gelegt hat … aber ich bin schließlich ein Gentleschwein und lasse mir nichts anmerken. Zurück im Hotelzimmer, lässt uns der Rosenduft erst einmal fast zurück taumeln … das hatten wir irgendwie verdrängt. Aber müde und kaputt wie wir sind, schlafen wir ein,sobald unsere Rüssel die Kissen berühren und die Rosen lassen uns in Ruhe.

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Donnerstag, 24.04.2014 Carlsbad – Roswell

Tageskilometer : 320 km

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Der Wecker holt uns um 7:00 Uhr aus dem Reich der Träume – nach Texas Zeit wäre jetzt allerdings bereits 8:00 Uhr, das heißt also, dass wir trotzdem länger geschlafen haben. Gefrühstückt wird im Hotel mit Haferflocken, Joghurt, Obst und leckeren Waffeln. Gesättigt checken wir aus. Chris tankt den Wagen auf und übernimmt das erste Stück der Fahrt nach Roswell. Zwischenstopp ist der Guadalupe Mountains National Park, der einen Teil der Bergkette der Guadalupe Mountains umfasst. Die Berge bilden einen starken Kontrast zur umliegenden Chihuahua Wüste. Bei rund 35° und Sonnenschein wandern wir den Frijoles-Foothills-Trail entlang. Im Park befindet sich der höchste Punkt von Texas, der 2667 m hohe Guadalupe Peak, und der Berg El Capitan, der lange Zeit ein Orientierungspunkt für Reisende auf einer alten Straße war, die später von den Butterfield Overland Postkutschen benutzt wurde. Die Reste solch einer alten Host Kutschensstation sind am Old Pinery Station Trail zu sehen, den wir natürlich auch abwandern. Beide Strecken sind landschaftlich sehr abwechslungsreich. Hin und wieder kreuzen panische Rehe und freche Eidechsen unseren Weg. Moni hält mal wieder ständig nach Schlangen Ausschau – Chris macht sich jedoch keine Sorgen, dass sie tatsächlich fündig wird – er erklärt Camelot und mir, dass Schlangen scheue Wesen sind – man soll fest auftreten, denn die Vibration warnt die Schlangen vor, so dass sie Reißaus nehmen können. Wir beobachten Moni, wie sie dauerlabernd und grazil wie eine Seekuh durch die Pampa stampft und sind schlagartig beruhigt – Schlangen werden wir heute bestimmt nicht begegnen!

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Nach der Wanderpause übernimmt Moni wieder den Yukon und fährt die restlichen 150 Meilen nach Roswell. Chrismo bringen schnell das Gepäck auf unser Zimmer im Holiday Inn unter, dann geht es weiter nach Downtown Roswell – schließlich wollen wir die Aliens sehen! Chris schärft uns ein, dass wir keine Anhalter mitnehmen dürfen. Auch nicht, wenn sie Paul heißen. Camelot schmollt deswegen – ist er doch nur aus diesem Grund mitgekommen.

 

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Wir bummeln die Hauptstraße entlang – hier reiht sich ein Aliens Souvenirshop an den Nächsten. Vom Alien T-Shirt, über Alien Tassen bis hin zu aufblasbaren Aliens – hier gibt es alles was das intergallaktische Kitschherz begehrt. Cam bekommt ganz große Augen, ist doch die Ähnlichkeit zu ihm etwas beängstigend – ein großer birnenförmiger Kopf mit großen Augen, spindeldürre Arme und Beine…am Ende ist er gar kein Kamel, sondern ein Außerirdischer? Aus seinem UFO gefallen und mit dem Kopf voran auf unseren Planeten gestürzt?! Das würde auf jeden Fall so einiges erklären!Alles in Allem wirkt Roswell ein wenig trostlos. Chris meint, es sehe so aus, als wären die Aliens bereits wieder weg … weit, weit weg… und zwar schon seit einiger Zeit…Naja, vielleicht ganz gut so – am Ende hätten Sie Camelot wieder mitnehmen wollen!

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Auf dem Rückweg zum Hotel gibt es ein Starbucks, wo Moni eine ihrer geliebten Citymugs ergattert. Zwar gibt es keine eigene Tasse für Roswell, aber für den Bundesstaat New Mexiko. Die Kellnerin und ein Kaffee schlürfender Geschäftsmann quetschen Moni über das „ach so wunderschön historische Deutschland“ aus und wollen wissen welche Stadt dort am schönsten wäre. Die Antwort „Hamburg“ erzeugt ratlose Gesichter, auf die Alternative“ München“ folgt zweifelnd: „Really? The Beerfest?“ Moni versucht zu überzeugen, dass es dort nicht nur Bier und Lederhosen gibt, allerdings wirken die beiden nicht sonderlich überzeugt. Monika gibt schließlich auf und kommt mit Ihrer Tassentrophäe zurück zum Auto – schließlich warten dort wir drei hungrigen Männer – und laut Ihrer Meinung braucht niemand gutes Geld auszugeben, um in „Good Old Germany“ Urlaub zu machen, wenn die Heimat USA heißt. Wenn Sie könnte wie sie wollte, würden wir alle direkt hier bleiben.

Chris und Moni setzen Cam und mich im Hotelzimmer ab, denn sie wollen etwas hier völlig waghalsiges und ungewöhnliches machen – sie gehen zu Fuß zum nahe gelegenen Chili´s Grill and Bar! Hier gibt es nämlich eine Fußweg neben der Straße – fast schon eine Rarität für eine Kleinstadt in den USA. Alleine auf dem Zimmer spekulieren Cam und ich darüber, was für Rätsel die beiden dem hiesigen Sheriff aufgeben würden, sollte ihnen auf dem Weg etwas passieren und man würde ihre Leichen ganze 500 Meter von Ihrem Mietwagen entfernt auffinden. Wahrscheinlich würde der Wagen sofort auf Funktionstüchtigkeit überprüft werden und am Ende eine missglückte Entführung durch Aliens als einzig mögliche Ursache dafür in Frage kommen, dass sie so weit von ihrem Auto entfernt gefunden wurden. Cam und ich lachen uns bei unseren Spekulationen halb schlapp. Die beiden Fußgänger kommen später gut gelaunt zurück, was bei Chris sicherlich am Bier und bei Moni an den Margaritas liegen könnte. Als dann auch noch eine neue Folge von Greys Anatomy im Fernsehen ausgestrahlt wird, ist die Stimmung der beschwipsten Moni nicht mehr zu steigern.

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Freitag, 25.04.14 Roswell – White Sands National Park – El Paso

Tageskilometer : 510 km

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Wie üblich sind wir um 7:00 Uhr auf den Hufen und bereit für das Frühstück, welches – wie eigentlich immer bei dieser Kette – sehr lecker ist. Hier wird das Buffet nicht im obligatorischen Frühstücksraum, sondern im Restaurant angeboten, welches – wie das gesamte Hotel – sehr modern eingerichtet ist. Es gibt alles was das „ChrisMo-Herz“ begehrt. Die Eier werden auf Wunsch zubereitet, genauso wie die Pancakes, zusätzlich gibt es natürlich Maisbrötchen, Grit Oatmeal, gebratenen Speck, Obst und verschiedene Sorten Cornflakes.

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Nach dem auschecken betankt Chris den Wagen, direkt an der gegenüberliegenden Tankstelle Murphy, für 62 Cent pro Liter… wenn das mal nicht mal ein überirdischer Benzinpreis ist!

Danach gibt Chris auf dem Postamt noch ein paar Postkarten für alienfreundliche Bekannte auf, anschließend steuert Moni die Interstate mit Fahrtziel White Sands National Park an. Wir sind sehr gespannt auf unser nächstes Ziel, denn bei dem weißen Sand handelt sich in Wahrheit um Gips. Es ist also tatsächlich eine Gipswüste. Der Gips gelangt aus den umliegenden Bergen durch Niederschlag in den Lake Lucero, da dieser keinen Abfluss hat, trocknet er bei der extremen Hitze in den Sommermonaten aus und es verbleiben lediglich die Gipskristalle, die von den starken Winden zu Dünen aufgeworfen werden und mit 700 km² die größte Gipswüste der Welt bilden. Hier befindet sich auch die White Sands Missile Range, ein Raketentestgelände der US Armee, auf dem 1945 die erste Atombombenexplosion stattfand.

Bereits einige Meilen vorher kann man die Gipswüste als weißen Streifen am Horizont erkennen. Am Eingang des Parks weist uns ein Warnschild darauf hin, dass es für die nächsten 30 Meilen keine Möglichkeit gibt an Trinkwasser zu kommen – mir wird trotz unserer prall gefüllten Kühltasche etwas mulmig und ich bekomme schlagartig Durst. Camelot mit seinen Wasserspeicherhöckern kann darüber nur müde schmunzeln.

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Der erste Eindruck von der Gipswüste ist einfach fantastisch! Der Himmel bildet mit seinem strahlenden Blau einen herrlichen Kontrast zur schier unendlichen, weißen Dünenlandschaft. Wir steigen aus und werden von der Hitze fast erschlagen – wer hier ohne ausreichend Wasser, Sonnenschutz, Kopfbedeckung und Sonnenbrille unterwegs ist, sollte den Wagen am besten gar nicht verlassen. Wir haben jedoch richtig Spaß – die weißen Dünen reflektieren die gleißenden Sonnenstrahlen und weit und breit ist nur weißes Gipspulver zu sehen. Wir sind zwar nicht die einzigen Besucher, allerdings verlieren sich die Touristen auf dem großen Gebiet – daher haben wir unsere Dünen ganz für uns alleine und fühlen uns ein wenig, als wären wir auf dem Mond gelandet. Trotz der flirrenden Hitze, ist der Sand selber jedoch – wider erwarten – kühl anstatt heiß und daher buddeln Cam ich uns gegenseitig ein und toben etwas herum. Moni kann endlich ihre Schuhe ausziehen ( hier kann sie schließlich keine Tierarten ausrotten ) und barfuß die Berge hinunter rutschen.

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Nach diesem herrlichen Ausflug geht es weiter Richtung El Paso. Schon bald bereut Moni allerdings, dass sie Chris diese Strecke nicht überlassen hat – die gewohnten, wenig befahrenen Highways und Interstates sucht man hier vergeblich. Nicht weit hinter White Sands erinnert die Straße bereits an eine reguläre, europäische Autobahn mit vielen auf und Abfahrten, Baustellen und Berufsverkehr. Als wir die Stadtgrenze von El Paso erreichen, findet Monika sich plötzlich im dichtesten Verkehrschaos auf einer mehrspurigen Straße mit unzähligen Ab- und Auffahrten wieder. Camelot hält sich die Hufe vor die Augen und singt ganz laut „die Karawane zieht weiter“ – anscheinend traut er Monis Fahrkünsten hier nicht so ganz. Tatsächlich erreichen wir jedoch ohne Zwischenfälle unser Hotel das Comfort Inn & Suites. Hier gibt es sogar Sicherheitsbeamte auf dem Hotelparkplatz bei denen man sich an- und abmelden muss. Naja, El Paso so ist nun mal die Grenzstadt zu Mexiko – hier passieren innerhalb von 10 Minuten wahrscheinlich mehr Verbrechen als innerhalb eines Monats in unserem kleinen Städtchen zuhause. Das Hotel und die Zimmer sind sehr gepflegt und modern eingerichtet. Wir machen uns kurz frisch, dann geht es weiter.

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Chris hat für heute das berühmte – und mehrfach ausgezeichnete – The Cattlemans Steakhouse für das Abendessen eingeplant, da wollen Cam und ich unbedingt mit. Moni überlässt Chris diesmal freiwillig das Steuer und lehnt sich entspannt zurück. Der Berufsverkehr hat sich jedoch bereits aufgelöst und schon eine halbe Stunde später erreichen wir die Straße, welche mitten durch die Wüste führt – und zu unserem Restaurant. Das Lokal ist so ziemlich in der Mitte von Nirgendwo. Zufallsbesucher kann mal also so gut wie ausschließen. Die gute Küche ist jedoch bei den Einheimischen bekannt und die Touristen finden aufgrund von Berichten in Fachzeitschriften und Empfehlungen diesen Ort, denn trotz der noch frühen Stunde ist der Parkplatz schon gut besucht. Als wir aus dem Auto aussteigen steigt uns sofort das herrliche Aroma von gegrilltem Fleisch in den Rüssel. Chris hat mir vorher versichert, dass hier ausschließlich Rindfleisch auf den Grill kommt – daher habe ich damit kein Problem, als Schwein bin ich schließlich Allesfresser. Chris bestellt das anderthalb Pfund schwere Cowboy-T-Bone-Steak, Moni entscheidet sich für die kleinere Cowgirl Variante, welche „nur“ 750 Gramm auf den Teller bringt. Dazu gibt es Backkartoffeln mit Sour Cream, Fries, Bohnen, Jalapenos und heiße Brötchen mit frischer Butter. Beide kämpfen lange und schwer, aber Chris muss sich irgendwann geschlagen geben. Moni schafft ihre Portion – allerdings muss ich, zu Christians Gunsten, betonen, dass ihre auch wesentlich kleiner war. Auf dem Weg hinaus schauen wir uns die Bildergalerie an – hier hängen Fotos von den Dreharbeiten zu berühmten Filmen welche auf dem Gelände gedreht wurden.

Bei unserem Rundgang werden wir fast von einer Kellnerin umgerannt, welche in Richtung Parkplatz hechtet und folgen ihr natürlich neugierig. Ihren Schreien und wilden Flüchen, welche einem wegfahrenden Wagen hinterher brüllt, entnehmen wir, dass anscheinend jemand die Zeche geprellt haben muss. Camelot merkt an, das wäre eine Schweinerei und ich bin erst mal beleidigt – was habe ICH bitteschön damit zu tun ?

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Wir schlendern über das weitläufige Gelände des Restaurants auf dem sich ein kleiner Streichelzoo mit Eseln, Ziegen, Kaninchen, Pfauen und sogar Klapperschlangen ( die sind allerdings nicht zum streicheln gedacht ) befindet. Wir schauen uns auch ein paar der Filmkulissen an. Als wir wieder auf den Parkplatz zurück kommen, sind bereits zwei Einsatzwagen des Sheriffs da – wahrscheinlich wegen des Vorfalls mit dem Zechpreller. Auf der Rückfahrt durch die Wüste erleben wir einen traumhaften Sonnenuntergang und als wir den Highway erreichen, ist El Paso so zu einem funkelnden Lichtermeer geworden. Die Skyline ist fantastisch. Hätte ich als Reisebegleitung Miss Piggy anstatt eines dösigen Kamels dabei, würde ich wahrscheinlich romantische Anwandlungen bekommen. Später im Hotel nehmen Chrismo noch ein entspannendes Vollbad, während Cam und ich uns durch die TV-Kanäle zappen.

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Samstag, 26.04.14 El Paso – Marfa – Lajitas /Golf Resort / – Big Bend National Park

Tageskilometer : 525 km

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Um 7:00 Uhr geht der Wecker und wir vier machen uns auf zum Hotelfrühstück. Als wir aus dem Zimmer auf den Hotelflur gehen, entdecken wir kurioserweise eine ziemlich breite „Mulchspur“, welche sich über den gesamten Gang bis in den Fahrstuhl zieht – und nicht nur das – wir können dieser Spur auch im Erdgeschoss noch bis zur Rezeption folgen. Von der Menge und der Art der Erdspur könnte man annehmen, jemand hätte einen offenen Sack Mulch hinter sich hergezogen… macht in einem Hotel jedoch nicht wirklich Sinn… wer würde denn schon Zimmerpalmen im Hotelzimmer umtopfen …? Egal – wir lassen uns das Frühstück aus Waffeln, Joghurt, Obst, Cornflakes und Omelett schmecken. Auf dem Rückweg zum Zimmer treffen wir auf einen genervten Angestellten des Hotels, welcher mit Staubsauger und Handfeger versucht der Mulchspur Herr zu werden. Die Spur endet direkt vor dem Zimmer neben unserem und gerade kommt auch die Bewohnerin heraus – eine typische, mexikanische „Mama“. Chris schiebt Moni schnell in unser Zimmer, bevor diese unsere Nachbarin zu ihren nächtlichen, gärtnerischen Aktivitäten befragen kann. Bei Moni kann man nie wissen – die fragt tatsächlich! An der nächsten Tankstelle tankt Christian nochmal auf, während Moni ihr tägliches Workout absolviert – die Reinigung der Scheiben von Käferleichen – dann geht es auf dem Highway Richtung Lajitas / Big Bend. Die Pässe haben Chrismo seit gestern griffbereit im Handschuhfach, schließlich werden wir innerhalb der nächsten Tage häufig Zollkontrollen über uns ergehen lassen müssen. Cam und ich reisen sozusagen als blinde Passagiere mit, da wir keine Pässe haben. Ich habe etwas Angst, dass die Zollbeamte mich entdecken – Camelot findet nämlich, man könne mich – mit meinem braunen Fell und der deutlichen Tortilla-Wampe – für ein Mexikanisches Schwein halten, welches sich illegal über die Grenze gesuhlt hat …

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Auf dem Weg machen Chrismo einen kurzen Fotostopp in dem kleinen Künstlerstädchen Marfa – hier gibt es unter anderem kultige, alte Autos welche ein tolles Fotomotiv abgeben.

 

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Knapp 37 Meilen hinter Marfa, auf dem Highway Route 90, halten wir an dem berühmten PRADA-Kunstprojekt. Mitten in der Wüste steht diese – absolut realistisch aussehende – Boutique.
Zwei Künstler haben dieses Gebäude 2005 dort für 80.000 Dollar errichtet. Gebaut aus biologisch abbaubaren Materialien soll das Werk langsam verfallen und mit der Wüste verschmelzen. Die Message, die vermittelt werden soll, ist natürlich unsere oberflächliche Lebensart und was davon übrig bleibt – denn was braucht man um in der Wüste zu überleben – Wasser, Nahrung … oder vielleicht doch die heiß begehrte Prada Handtasche ?
Das verlassene Gebäude mit den High Heels in der Schaufensterauslage,nur umgeben von endloser Wüste und flirrender Hitze unter blauem Himmel, ist auf jeden Fall ein lohnenswertes (HDR) Fotomotiv.

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Bald stoppt ein weiterer Wagen und es steigt eine Gruppe aus fünf aufgetakelten Tussis aus. Mit ihren großen Hüten, Sonnenbrillen und Designerkleidern passen sie perfekt vor die Kulisse.

Moni hat gerade wieder den Motor angemacht, bereit weiterzufahren, als eine der Damen an die Fahrerscheibe klopft und fragt ob Moni oder Chris vielleicht so nett wären und sie und ihre Freundinnen fotografieren könnten – hier wäre ja sonst niemand den man fragen könnte. Moni ist natürlich grenzenlos „begeistert“, trotzdem wird der Motor wieder ausgestellt und die beiden steigen aus – Moni um ihrer Pflicht als Tussi-Fotografin nachzukommen, Chris um die Damen mit seiner Kamera festzuhalten – er findet das Motiv einfach zu passend – aufgetakelte Tanten mit großen Hüten vor dem Pradashop mitten in der Wüste… Brüller! Leider entgeht der Damengruppe die Situationskomik völlig und sie posieren tüchtig und geben Moni ungeniert Anweisungen wie sie gerne abgelichtet werden wollen.

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Wir fahren weiter und ca. 60 Meilen vor unserm Ziel – Lajitas– verändert sich die Landschaft völlig. Eben noch flache, ebene Wüste auf beiden Seiten des schnurgeraden Highways, tauchen wir in eine fantastische Bergkulisse ein. Kurvenbereich geht es steil bergab und bergauf und erinnert an eine Achterbahnfahrt. Der Rio Grande kommt in Sicht und die Temperaturen erreichen heiße 101 Grad Fahrenheit – also knapp 40 Grad.

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Gegen 16:00 Uhr erreichen wir unser Hotel, das Lajitas Golfresort – eine grüne Oase mitten in der Wüste. Die Hotelanlage ist wunderschön angelegt – wie eine kleine Westernstadt mit Holzhäuschen und Grünanlagen. Den einzigen Nachteil der 4 Sterne Anlage kannte Christian bereits bei der Buchung – es gibt keinen Fahrstuhl. Also heißt das für Chris : Ärmel hochkrempeln und Koffer schleppen. Zum Glück hat Moni bisher noch nicht allzu viele ihrer Starbucks Sammlertassen erbeutet.

Für den Rest des Tages steht faulenzen auf dem Stundenplan. Daher dackeln wir alle an den Pool und verbringen dort die nächsten Stunden ganz gemütlich mit Schwimmen und Sonnenbaden.

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Für das Abendessen hat unser Routenplaner Christian das Lokal Starlight-Theater im Nachbarort Terlingua – eingeplant. Ursprünglich die Gemeindehalle und Kinosaal der ehemaligen Bergbaustadt, ist es nun zu einem Restaurant mit Bar geworden. Der Vintage Charakter entsteht allein schon dadurch, dass ein Großteil des Gebäudes und der Einrichtung noch aus dem Jahr 1930 stammen. Umgeben von verlassenen Gebäuden stellt es eine Attraktion für Einheimische und Besucher dar, außerdem gibt es an den Wochenenden häufig Livemusik.

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Jetzt ist Samstag … um genau zu sein – Samstagabend… und heute gibt es eine Liveband… daher ist der Parkplatz bereits brechend voll als wir dort ankommen.

Wir erfahren, dass es voraussichtlich noch eine Stunde dauern wird, bis wir einen freien Tisch bekommen – eine weitere Stunde sollen wir für die Wartezeit auf die Bestellung einkalkulieren. Die Zeit bis dahin könnten wir uns – wie die anderen Wartenden – mit Erfrischungen und Snacks von der Bar auf der Terrasse vertreiben. Wir schauen uns um … was wir sehen, lässt uns eher an eine Hippiekommune in Spanien denken als an eine Geisterstadt in Texas.

Eigentlich gibt es nichts mehr zu überlegen. Es ist jetzt 20.30 Uhr und Moni hat Hunger… Jetzt! Zwei Stunden Wartezeit sind definitiv zu lang! Hier sind Leben in Gefahr!

Chris fällt ein, dass er auf dem Hinweg eine Pizzeria gesehen hat, vor der viele Autos geparkt hätten, was er als gutes Zeichen deutet. Weder Camelot, Moni noch ich haben auf dem Weg irgendwelche Anzeichen von Zivilisation bemerkt – das einzige Lebewesen welches wir getroffen haben, war die Schlange, die sich auf der Fahrbahn gesonnt hat. Aber gut, viele Alternativen haben wir nicht und da es außerhalb des Hotels kein Netz gibt ( ja, solche Orte gibt es tatsächlich noch ) können wir auch nicht nach anderen Lokalen suchen. Moni fährt dann fast an der „Pizzeria“ vorbei – hält Sie es doch – verständlicherweise – für eine verlassene Bruchbude kurz vor dem Einsturz.

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Aber tatsächlich – hat man sich erst einmal getraut die Tür des Schuppens zu öffnen, entdeckt man, dass es sich wohl um die Stammkneipe der Einheimischen aus dem Dorf handelt. Denn hier sitzen knapp 30 Besucher auf wackligen Stühlen an schiefen Campingtischen und mümmeln Pizza zum zum Bier. Der Raum ist nur spärlich beleuchtet (was wahrscheinlich auch gut ist) und die windschiefen Wände sind mit Fotos tapeziert welche das Dorfvolk bei verschiedenen Festivitäten zeigt. Chris und Moni bestellen zwei Pizzen zum mitnehmen und warten an der Bar bis diese fertig sind. Auch ohne uns ( Cam und ich verstecken uns im Rucksack ) fallen die Beiden hier auf wie bunte Hunde, aber die Stammgäste ignorieren uns höflich. Als ich schon mehrere Parallelen zu Horrorfilmen a la Wrong Turn und Cabin in the woods gefunden habe, ist das Essen fertig und wir verlassen unbehelligt das Lokal. Puh…Schwein gehabt! Wir genießen einen ruhigen Abend im Hotelzimmer mit Pizza und Bier im Bett.

 

Sonntag, 27.04.2014 Lajitas – Big Bend National Park

Tageskilometer : 285 km

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Wie immer um 7 Uhr, springen wir alle – mehr oder weniger fit – aus den Federn und schauen uns anschließend auf dem weitläuftigen Hotelgelände nach Frühstücksmöglichkeiten um.

In der Backstube gibt es Teilchen, frisch aus dem Ofen, aber wir entscheiden uns für das eher herzhafte Frühstücksbuffet in der Cantina. Für 16$ pro Rüssel kann man hier aus Rührei, Cornflakes, warmen Maisbrötchen, Obst, Haferflocken und Joghurt auswählen. Dazu gibt es heiße und kalte Getränke – mit Blick auf die Terrasse und die herrliche Landschaft.

Das Hotel bietet die Möglichkeit an Schießkursen teilzunehmen. Chris möchte unbedingt auf die Shooting Range, um dort – natürlich unter Aufsicht eines Instructors – mit scharfer Munition zu schießen. Moni findet die angebotenen Reitstunden reizvoller. Die beiden tragen ihre Wünsche im Hotel vor und hoffen bis zum Abend eine Nachricht zu erhalten, ob die kurzfristige Planung für den nächsten Vormittag vor der Abreise überhaupt noch möglich ist.

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Moni fährt ihren schwarzen Liebling erst einmal nach zur einzigen Tankstelle im Umkreis, nach Terlingua. Die Benzinpreise hier erinnern fast schon an die Heimat.

Es sind mal wieder knapp 40°C im Schatten – nur dass es hier nirgendwo Schatten gibt – und die Sonne brennt auf den roten Sand. Chris holt auch direkt neues Eis um unsere Kühltasche zu befüllen, während Moni die Scheiben unseres rotgepuderten Wagens schrubbt. Der Wagen ist so hoch und breit dass man dies tatsächlich als tägliches Workout durchgehen lassen kann.

Nach ca. 60 Meilen erreichen wir den Eingang des Big Bend National Park. Direkt an der Grenze zu Mexiko gelegen, mit einer Gesamtfläche von über 3200 km², zählt der Big Bend zu den größten Nationalparks der vereinigten Staaten.

Mit unserem Jahrespass vom letzten Jahr kommen wir noch gratis rein – praktisch wenn der letzte USA Urlaub weniger als zwölf Monate zurückliegt!

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Moni freut sich, dass die erste Strecke unserer Route über die Old Maverick Road führt – ein unbefestigter Kiesweg – genau das richtige für den SUV.

Nach einiger Zeit erreichen wir den Beginn des ausgesuchten Wanderwegs und parken dort.

 

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Der Santa Elena Canyon Trail ist wunderschön – startet am Fuße des Canyons, steigt dann auf die Felsen und führt später wieder hinunter zum Rio Grande. Die Route ist zwar nur 6 km lang – bei gefühlten 500 °C aber eine Herausforderung und die zwei Liter Wasservorrat sind schnell ausgetrunken. Auf dem Rückweg müssen Cam und ich sogar selber laufen, weil Moni es zu „strapaziös“ findet uns bei der Hitze auch noch herumzutragen… pöh ! Naja – nach 3 m habe ich eine Blase am Huf und Cam knickt um, verheddert seine Beine – und schon sind wir wieder im gemütlichen, schattigen Rucksack! Ätsch!

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Wir fahren weiter zum Visitor Center an der Panther Junction und stöbern dort ein wenig durch das Infomaterial. Danach übernimmt Chris die Fahrt zum nächsten Ziel – den Hotsprings.

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Mittlerweile sind es gefühlte 600°C im Schatten, als wir den Weg zu den – ziemlich heißen Quellen – marschieren. Bei dem 40 Grad heißem Wasser will Moni tatsächlich mal nicht mit den Füßen im Wasser planschen – das  würde dann wohl auch in Käsefondue ausarten. Weiter geht es zum Rio Grande Overlook und anschließend zum Boquillas Canyon Overlook – hier hat man eine herrliche Aussicht auf die Flussbiegung des Rio Grande.

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Gegen Abend fahren wir – verschwitzt, erschöpft – aber glücklich – erneut nach Terlingua um einen zweiten Versuch beim Starlight zu wagen. Wir haben Glück – es ist Sonntag, von Livemusik keine Spur und das Lokal ist nur halb voll. Wir bekommen also direkt einen Tisch zugewiesen und auf die leckeren Burger müssen wir auch nicht besonders lange warten. Nach dem Essen, stöbern wir noch ein wenig in dem kleinen Geschäft neben dem Lokal, wo einheimische Künstler ihre handgefertigten Waren  – unter anderem Tonkrüge, selbstgemachte Seifen, Hüte und kleine Souvenirs anbieten.

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Zurück im Hotel machen wir es uns erst einmal auf dem Balkon gemütlich. Während die Zweibeiner in ihren Romanen schmökern, beobachten Cam und ich die Fledermäuse die um unsere Köpfe herumflattern. Das Programm wird allerdings interessanter, als die Mücken – angelockt von Monis leuchtendem E-Book-Reader – zur monischen Blutverkostung kommen.

Cam und ich schließen gerade eine Wette darüber ab, wie viele Quaddeln Moni wohl in einer Stunde angesammelt haben wird, als bei ihr der Juckreiz einsetzt und sie bemerkt, dass einige hier sie zum Fressen gern haben. Fluchtartig verlässt sie den Balkon und verbringt die nächste Stunde damit, abwechselnd Autan und Cortisonsalbe aufzutragen, sich hysterisch zu kratzen und wilde Flüche auszustoßen. Cam und ich verfolgen diese Darbietung äußerst interessiert. Allerdings überfällt uns ein plötzlicher, komatöser Schlaf, als Moni uns zur Rede stellt, warum wir sie nicht auf die Mücken aufmerksam gemacht haben.

Montag, 28.04.2014 Big Bend National Park – Del Rio

Tageskilometer : 480 km

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Während Chrismo ab 7 Uhr schon sich selbst und die Koffer startklar machen, bleiben Camelot und ich noch gemütlich im Bett. Anscheinend waren die meisten Hotelbesucher nur über das Wochenende da, denn Chris und Moni sind an diesem Morgen die Einzigen, welche sich in der Cantina einfinden. Das Buffet wird an Wochentagen nicht angeboten, dafür gibt es aber eine umfangreiche Speisekarte. Frisch gestärkt mit Tortillas und Omelett gehen die Beiden anschließend zum Eventdesk um herauszufinden ob sie heute nun schießen bzw. reiten werden oder nicht.

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Chris hat Glück – sein Terminwunsch für die Shooting Range konnte gebucht werden. Monis Reitstunde leider nicht. Erst später erfahren wir, dass an diesem Tag nur ein Instructor vor Ort war, der nun mal nicht zur gleichen Zeit den Waffenparcours und die Reitstunde betreuen kann. Das sich das Hotel bei der Planung dann für die – im Vergleich zur Reitstunde – teurere Shooting Range entschieden hat, ist natürlich logisch. Daher begleiten Moni, Cam und ich – ausgerüstet mit Ohropax – Chris zu seinem Termin. Während Chris abwechselnd mit einer M-16, Pistole und Schrotflinte seine Schießübungen macht, schießt Moni auch – allerdings mit der Kamera – Fotos von ihm.

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Wieder zurück im Hotel holen wir die Koffer ab, welche an der Rezeption zwischengelagert wurden, dann übernimmt Chris den ersten Teil der heutigen 340 Meilen Fahrtstrecke – mit einem kleinen Abstecher zum Chickos Basin im Big Bend NP, den wir am Vortag ausgelassen haben. Zum Glück haben wir das nachgeholt, denn die Aussicht in den Bergkessel ist phantastisch! Wir erhaschen einen kurzen Blick auf einen Roadrunner welcher über die Straße sprintet – mal wieder zu schnell, um abgelichtet zu werden. Auch heute fahren wir wieder durch eine Zollkontrolle. Danach wird der Wagen aufgetankt und Moni übernimmt für die restlichen 120 Meilen das Steuer. Die Landschaft rechts und links der Fahrbahn ist recht karg und weist eine hohe „Geierfrequenz“ auf. Camelot befürchtet, dass es diese gefiederten Genossen auf uns abgesehen haben, daher spiele ich zur Ablenkung mit ihm „Ich sehe was, was Du nicht siehst“… leider kommt Cam nicht drauf, was ich sehen könnte was die Farbe Orange hat und einen BH für den Rücken braucht… naja…was solls.

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Gegen Abend erreichen wir unser Hotel in Del Rio, dass Holiday Inn Express. Nach dem einchecken steuern Chrismo das nächste Chili`s Grill and Bar an und schlagen sich mal wieder mit Smokehouse Burgern, Pork Carnitas und Süßkartoffelfries den Wanst voll. Das „Pork“ läßt Moni mich allerdings nicht probieren. Dagegen wäre ich angeblich allergisch … merkwürdig… von einer Porkallergie wusste ich gar nichts…

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Anschließend werden bei Walmart noch Getränke, Glasreiniger für den Wagen und Margaritas für Moni eingekauft, dann fahren wir zurück zum Hotel und legen uns draußen an den Hotelpool. Chris, Cam und ich beobachten gemütlich von unseren Liegen aus, wie Moni geschlagene 15 Minuten braucht um sich langsam von der Spitze des kleinen Zehs bis zum Bauchnabel ins kalte Nass zu tunken. Untermalt wird das Schauspiel der Frostbeule von diversen Quietsch- und Giffellauten – diese schlagen allerdings in wilde Flüche und Todesdrohungen um, als Moni entdeckt, dass Chris das peinliche Geplansche mit dem Handy aufnimmt. Chris,Cam und ich fallen vor Lachen fast in den Whirlpool.

Auf dem Zimmer erwarten uns eisgekühlte Margaritas und das allabendliche Fotos sortieren und Reisetagebuch schreiben.

Dienstag, 29.04.2014 Del Rio – San Antonio

Tageskilometer : 280 km

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Heute geht es nach San Antonio. Da wir uns also wieder der Zivilisation nähern, fahren wir – nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel – zur nächsten Waschstraße. Dort versuchen wir Vier, mit vereinten Kräften, die Spuren vom Big Bend vom Wagen zu entfernen.

 

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Die ersten 130 Meilen nach San Antonio übernimmt Moni, nach dem Tankstopp 30 Meilen vor der Stadtgrenze machen die beiden aber einen Fahrerwechsel. Wir erreichen unser Hotel,das Westin, welches – pratktischerweise – mitten im Zentrum von San Antonio liegt Das schöne Vier-Sterne-Haus gehört zur selben Kette wie das Hotel, welches wir bereits in Dallas bewohnt haben. Das Hotel bietet zwar auch Valet Parking an, aber Chrismo sind ja bekanntlich Sparfüchse und parken im Parkhaus direkt gegenüber – und das für nur 16 Dollar pro 24 Stunden – ein richtiges Schnäppchen !

Das Hotel ist wirklich sehr nobel. Dazu bekommen wir passenderweise mit Zimmernummer 1001 ein wirklich märchenhaftes Zimmer, gelegen im zehnten Stockwerk, mit Blick auf den San Antonio River und den Tower of Americas. Chris und Moni machen sich kurz frisch, während Cam und ich uns nach der langen Fahrt erst mal ins Bett hauen.

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Bei herrlichem Sonnenschein spazieren wir erst einmal Richtung Riverwalk, sicherlich die schönste Sehenswürdigkeit von San Antonio – über eine Länge von drei Meilen schlängelt sich unterhalb des Straßenniveaus diese malerische Promenade auf beiden Seiten des San Antonio Rivers durch Downtown. Unbehelligt vom Verkehr kann man hier spazieren und /oder an einer geführten Bootstour teilnehmen. Die Zeit kann man sich gut in den zahlreichen Cafés, Restaurants und Geschäften vertreiben. Mehrere Brücken verbinden die beiden Seiten des River Walk, so dass man problemlos den Fluss überqueren kann, um auf die andere Seite zu gelangen.

Die Bootsfahrt steht ganz oben auf unserer Wunschliste und wird deshalb auch als erstes in Angriff genommen. An der Ticketkasse lesen wir, das Tiere bei der Bootsfahrt verboten sind. Cam und ich müssen also im Rucksack bleiben. Wir schippern gemütlich die schöne Promenade entlang und lassen uns dabei vom Kapitän mit lustigen und wissenswerten Anekdoten zu San Antonio unterhalten.

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Nachdem wir wieder Land unter den Hufen haben, bummeln wir durch das Künstlerviertel zum Tower of the Americas. Knapp 229 m hoch, ist dieser Aussichts- und Fernmeldeturm der zweithöchste Aussichtsturm der vereinigten Staaten. Christian und Moni kaufen für elf Dollar die Nase die Tickets, der Eintritt für Schweine und Kamele ist frei. Die Fahrt mit dem Aufzug zur 184 Meter hoch gelegenen Aussichtsplattform dauert nur 42 Sekunden. Da Chrismo bereits auf der Aussichtsplattform des höchsten Turm der USA – dem Stratosphere Tower – waren, sind sie bereits auf die starken Windböen gefasst und Moni lässt Cam und mich erst gar nicht aus dem Rucksack raus, aus Angst, wir könnten wegfliegen. Sie selbst sieht aus wie ein schiefgelegter Wischmopp, wie sie so versucht sich gegen den Wind zu stemmen um einmal die Runde zu machen.

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Danach drehen wir eine Runde durch die Shopping Mall dann geht es weiter, am Riverwalk entlang zum Hardrock Café. Hier können wir schön an der Promenade, mit Blick auf den Fluss, leckere Texan Burger verspeisen. Anschließend müssen die Beiden sich natürlich noch mit Hardrock-Shirts eindecken.

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Mittwoch, 30.04.2014 San Antonio

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Da wir heute sozusagen bereits am Zielort aufwachen, können wir ausnahmsweise mal ausschlafen. Ausschlafen heißt bei Chrismo jedoch nur, dass der  der Wecker erst um acht Uhr statt um sieben Uhr klingelt… grrr… Zu Fuß spazieren wir zu unserem Lieblings Frühstückslokal, dem Denny`s – mit einem leckeren Superbird-Sandwich lässt es sich eben doch am besten in den Tag starten!

Wenn man in San Antonio ist, gehört es natürlich zum Pflichtprogramm, sich das Alamo anzuschauen. Camelot bekommt sofort Angst, dass die Tour vorbei ist und wir den Wagen bei der Mietwagen Firma abgeben müssen. Christian erklärte ihm dann, dass es sich hierbei um ein Fort handelt, welches in der Schlacht von Alamo, im texanischen Unabhängigkeitskrieg eine große Rolle spielte. Mit dem Sightseeing-Bus machen wir eine Rundtour durch den Ort und steigen dann in der Nähe des Historic District aus. Hier spazieren wir an den beeindruckenden Herrenhäusern vorbei und Christian und Monika merken sich schon mal einige Häuser vor, für den Fall dass Sie demnächst den Lotto-Jackpot knacken.

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Den Rest des Tages relaxen wir am schön gelegenen Hotelpool, lassen uns die Sonne auf die Bäuche scheinen und genießen den herrlichen Sommertag.

Am Abend bummeln wir am River Walk entlang und suchen uns aus den unzähligen Lokalen ein Mexikanisches Restaurant aus, wo Chrismo leckere Sopa de Tortilla und Quesadillas schlemmen, während uns freche Enten anbetteln. Die angefutterten Kalorien müssen auch wieder verbrannt werden, also laufen die Beiden anschließend noch weiter am River Walk entlang zum nächsten Starbucks wo Moni eine San Antonio Citymug ergattert. Auf dem Rückweg werden noch sämtliche Souvenirläden unsicher gemacht, dann geht es zurück zum Hotel.

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Donnerstag, 01.05.2014 San Antonio – German Belt – Fredericksburg – Luckenbach – New Braunfels – Gruene – Austin

Tageskilometer : 350 km

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Wie gewohnt heißt es um 7:00 Uhr zusammenpacken und auschecken. Gefrühstückt wird heute bei Denny´s mit leckeren Omelett und Quesadillas. Nach einem kurzen Tankstopp fährt Chris die erste Strecke, während Moni Postkarten an die Lieben zuhause schreibt. Heute erkunden wir den German Belt. Dieses Gebiet wird so bezeichnet, weil sich hier im 19. Jahrhundert verstärkt deutsche Auswanderer angesiedelt haben. Auch heute noch ist der deutsche Einfluss in diesen Landstrichen sehr präsent. Wir haben zwar noch lange kein Heimweh nach „Good Old Germany“, aber neugierig sind wir schon. Das erste Ziel heißt Fredericksburg. Diese Stadt wurde 1846 von dem aus Dillenburg stammenden Freiherr von Meusebach gegründet. Die deutschen Bürger von Fredericksburg haben den einzigen, bis heute gehaltenen Vertrag, mit den Indianern vom Stamm der Comanchen aus dieser Gegend geschlossen. Anders als der Staat Texas lehnten sie auch die Sklavenhaltung ab. Das die Einwohner der Stadt sehr stolz auf ihre deutsche Abstammung sind, merkt man schnell, denn hier findet man viele Straßen, Restaurants, Hotels und Geschäfte mit deutschen Namen und es wird typisch deutsches Essen angeboten. Sogar das Oktoberfest wird hier jährlich gefeiert. Es ist ein wirklich schnuckeliger kleiner Ort und wir bummeln durch die Geschäfte in denen Chris und Moni auch ein wenig Beute machen. Das Geschäft Dogologie macht uns neugierig, und obwohl wir kein Hundehalter sind, müssen wir uns das Geschäft, welches jedes nur denkbare Accessoire für Hunde anbietet, unbedingt anschauen. Was für ein Glück, denn hier finden wir doch tatsächlich einen Cowboyhut für Camelot! Wer hätte gedacht, dass ein Chihuahua und Camelot die gleiche Hutgröße haben? Ich ziehe ihn den ganzen Tag mit seinem Schoßhündchen-Hut auf und er schmollt – allerdings kann er jetzt schmollen wie ein echter Cowboy!

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Weiter geht es, zum nur 6 Meilen entfernten Luckenbach. Dieser Ort wurde 1849 gegründet und hat nur drei Einwohner. Den General Store von damals gibt es noch heute und dort gibt Moni dann auch ihre Postkarten ab. Im Korb für die reduzierten Artikel hat es sich eine der beiden Katzen von Luckenbach gemütlich gemacht. Ich muss also korrigieren – die offizielle Einwohnerzahl besteht aus drei menschlichen Einwohnern und zwei Katzen.

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Wir erreichen Gruene, New Braunfels – ebenfalls eine von deutschen Einwanderern gegründete Stadt, mit einem hohen deutsch-amerikanischen Bevölkerungsanteil. Jeden November findet hier sogar das sogenannte Wurstfest statt.

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Als nächstes steht shoppen bei Maurices – Monis Lieblings Klamottenladenauf dem Programm. Auf dem Parkplatz stellt Chris seinen Sitz in Liegeposition und macht es sich bequem, während Moni sich mit Schnappatmung im Shoppingrausch durch das Geschäft wühlt. Nach einer Stunde kommt sie, bepackt mit vollen Einkaufstüten, roten Wangen und erschöpft aber glücklich zum Wagen zurück. Nun haben wir ein Platzproblem und daher heißt der nächste Stopp Tanger Outlet – neuen Koffer kaufen. Zum Glück ist Chris, bedingt durch seine vielen beruflichen Flüge, im Besitz einer Silbernen Air Berlin Karte, daher können wir insgesamt vier Koffer gratis aufgeben.

Moni jetziger Koffer hat schon einige Jahre und Reisen auf dem Buckel und wird mit viel Glück noch diesen Urlaub überstehen, daher musste sowieso bald ein Neuer her. Sie hat Glück und ergattert ein großes Modell in Top Qualität zu einem Schnäppchenpreis. Trotzdem lamentiert sie noch lange über den Kaufpreis – schließlich macht es mehr Spaß das Geld für den Inhalt des Koffers auszugeben. Die Fahrt nach Austin zieht sich leider, aufgrund vieler Staus, in die Länge.

In Austin angekommen, checken wir in unserem Hotel, dem Renaissance ein. Das noble Hotel bietet alles, was das Herz begehrt und auch das große, modern eingerichtete Zimmer lässt keine Wünsche offen.

Direkt neben dem Hotel befindet sich eine kleine Anlage mit zahlreichen Restaurants und Geschäften. Chrismo zieht es zur Cheesecake Factory. Hier kann man wirklich schlemmen bis der Arzt kommt. Außer dem Angebot an unzähligen verschiedenen Käsekuchensorten, mit Kombinationen auf die noch nicht einmal ein Kuchenjunkie im Vollrausch kommen würde, stehen noch die köstlichsten Gerichte zur Auswahl. Während Christian sich für Burger entscheidet, wählt Moni Pasta mit in Parmesan panierten Hähnchenbrustfilets. Als Nachtisch gibt es dann den Extra-Orio-Doublechock und den Dulce-Lece-Caramel-Cake. Der anschließende Verdauungsspaziergang zu Barnes & Noble hilft nicht viel – die Beiden sind dermaßen voll gefressen, dass sie auch noch am nächsten Tag bei dem Wort Cheescake ganz grün im Gesicht werden. Natürlich machen Cam und ich uns einen Spaß drauf und lassen das böse Wort noch ziemlich oft fallen.

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Freitag, 02.05.2014 Austin

Tageskilometer : 60 km

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Wie immer stehen wir früh auf macht uns fertig und Chris steuert den Wagen Richtung Downtown Austin. Der Verkehr ist mörderisch und nachdem wir im Stau gestanden haben geht erst einmal die Parkplatzsuche los. Wir haben jedoch Glück und bekommen einen Platz im Parkhaus für zehn Dollar den Tag. Wir spazieren die 6th Street entlang und Chrismo kaufen schon mal die Tickets für die geplante Duck Tour. Eine solche Tour in einem Amphibienfahrzeug, die also Stadtrundfahrt und Bootsfahrt in einem bedeutet, haben wir bereits in Seattle gemacht. Da uns die Tour dort viel Spaß gemacht hat, erhoffen wir uns auch für Austin einen schönen Ausflug mit den Enten.

Nach dem gestrigen Fressgelage in der Cheescake Factory haben Chris und Moni noch keine Lust auf Frühstück, daher gibt es bei Starbucks nur einen Kaffee und einen kleinen Snack und Moni nimmt direkt die Austin Citymug mit. Um 10:40 Uhr startet die Rundfahrt inklusive Bootsfahrt auf dem Lady Bird Lake – welcher eigentlich ein Fluss ist – und wir bekommen so eine schöne Übersicht über Austin, der Hauptstadt von Texas. Das Motto der Stadt  „Keep Austin weird“ wird eingehalten – die Atmosphäre ist studentisch geprägt, außerdem merkt man schnell, warum Austin als die amerikanische Hauptstadt der Live Musik gilt – hier finden sich an jeder Ecke Musikclubs. Die ganze Stadt wirkt sehr modern und jung.

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Nach der Duck-Tour setzen wir die Erkundung der Stadt zu Fuß fort. Erst durch die Sixth Street, die wegen ihrer zahlreichen Musik-Kneipen berühmt ist, dann weiter zum Texas State Capitol, welches sogar sechs Meter höher ist als das Kapitol in Washington D.C. Hier werden allerdings wieder Taschen und Rucksäcke geröntgt und langsam mache ich mir – bezüglich Fellveränderungen – auch Sorgen. Wie viel Strahlung kann ein einfaches Schwein ertragen ? Chrismo entdecken eins ihrer Lieblingsfutterstellen, das Chipotle und müssen dieses Glück direkt mit einem Barbacoa-Burrito zum Mittagessen feiern. Aber gut – das Frühstück ist ausgefallen, da ist das genehmigt. Anschließend bummeln wir weiter durch die Stadt und an der Flusspromenade entlang.

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Heute Abend möchten wir unbedingt die größte Attraktion in Austin miterleben – ein Naturschauspiel, dass sich jeden Abend in den Sommermonaten an der Congress Bridge abspielt. Denn hier starten bei Sonnenuntergang ca. anderthalb Millionen Fledermäuse aus dem Inneren der Brücke zur gemeinsamen Insektenjagd und verdunkeln dabei den Himmel. Die Kolonie ist die größte Fledermauskolonie der Welt und lockt tausende Zuschauer täglich zur Brücke um dieses Spektakel zu erleben. Bis zum Sonnenuntergang sind es aber noch einige Stunden, daher setzen wir uns erst einmal gemütlich in ein Cafe und vertreiben uns die Zeit mit dem aktualisieren des Reisetagebuchs und sortieren Fotos.

Um 18:00 Uhr sichern wir uns schon mal einen guten Platz auf der Wiese unter der Congress Bridge und genießen den lauen Sommerabend. Immer mehr Leute strömen auf die Wiese und die Brücke, um den Flug der Fledermäuse zu verfolgen. Man kommt mit vielen Leuten ins Gespräch kann sich so die Wartezeit vertreiben. Alle warten aufgeregt darauf, dass es endlich losgeht. Das quietschen und zwitschern der Fledermäuse wird immer lauter und endlich – um 20:30 Uhr – startet der Batflight. Leider sind die kleinen Biester derart schnell, dass es Chrismo – trotz guter Fotoausrüstung – nicht möglich ist das Ereignis auf Foto zu bannen. Aber der Anblick ist wirklich grandios. Das ganze Spektakel dauert ca. eine Viertelstunde danach spazieren wir über die Brücke zurück in die Innenstadt zu unserem Wagen.

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Das Nachtleben Downton ist schon im vollen Gange. Überall tummeln sich Partyfreudige auf den Straßen. Nachdem Chrismo den ganzen Tag durch die Stadt gelaufen und von der Wartezeit auf der Wiese von Grasflecken gezeichnet sind, haben sie nicht das Bedürfnis in einen Club zu gehen. Aber Hunger meldet sich an, daher wird das nächste Pizza Hut angesteuert und zwei Pizzen zum mitnehmen bestellt. Die verdächtigen Pizzakartons werden extra in einer Austin Tasche verstaut, aber als Chris und Moni mit ihrer Fracht den Fahrstuhl des Hotels betreten, fliegen sie sofort auf – denn die anderen Fahrgäste erschnuppern direkt den Inhalt der Tasche. Ein älterer Herr der – seiner Kleidung nach – direkt vom Tennis-Court kommt, zieht die beiden mit ihrem Mitternachtsmahl auf, und die anderen Gäste wünschen noch einen guten Appetit. Soviel zum Thema „Heimlich Essen in ein 4 Sterne Hotel schmuggeln“

Auf jeden Fall gibt es dann noch ein gemütliches Picknick im Bett, bevor wir alle nach dem anstrengenden Tag ins Koma fallen.

 

Samstag, 03.05.2014 Austin – Galveston

Tageskilometer : 425 km

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Nachdem wir um 7:00 Uhr aufgestanden sind, stärken wir uns erst einmal mit einem Frühstück bei Denny´s und im nächsten Walmart werden noch Getränke und Knabberkram eingekauft. Den ersten Teil der Strecke übernimmt Moni, als wir Houston erreichen, tauschen die Beiden und so übernimmt Chris die letzte Strecke bis nach Galveston.

Galveston ist eine Stadt am Golf von Mexiko, auf einer der Küste vorgelagerten Insel. Da sie nur 80 km von Houston entfernt ist, ist Galveston mit seiner historischen Altstadt und seinen Stränden natürlich ein beliebtes Naherholungsziel für die Einwohner aus der Region – daher ist heute, am Wochenende, natürlich sehr viel Verkehr und wir kommen langsamer voran als geplant.

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Am späten Nachmittag erreichen wir unser Hotel das Comfort Inn, machen uns kurz frisch fahren dann an die Strandpromenade und anschließend spazieren wir durch den malerischen Historic District.

 

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Es gibt ein kurzes Abendessen im Chili`s Grill and Bar, dann geht es weiter zum berühmten Pleasure Pier. Dieser Pier ist dem Santa Monica Pier in Los Angeles nachempfunden – doch kaum ist man drauf, merkt man, dass die Ähnlichkeit tatsächlich nur in der Optik liegt. Wer hier hingeht braucht starke Nerven und ein volles Portemonee. Das parken kostet schon mal 10 Dollar für die ersten 3 Stunden. Der Eintritt nur für den Spaziergang auf dem Pier – ohne Attraktionen – beträgt regulär 10 Dollar pro Person – an diesem Tag bekommen wir das Ticket jedoch zu einem „Sonderpreis“ von 5 Dollar. Er ist brechend voll, laute Musik dröhnt aus den Lautsprechern und dazu weht ein stürmischer Wind. Nach 5 Minuten haben Chrismo eigentlich schon genug. Am Ende des Stegs entdecken Sie jedoch einen Möwenschwarm, der den starken Windböen trotzt und in Kopfhöhe der Besucher nach Futter Ausschau hält. Die  beiden verbringen die nächste halbe Stunde damit die Möwen zu füttern, dann geht es zurück zum Hotel.

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Sonntag, 04.05.2014 Galveston

Heute können wir ausschlafen, heißt also der Wecker klingelt erst um 8:00 Uhr, danach machen wir uns ganz gemütlich fertig für das gute Frühstück. Heute haben wir nichts anderes geplant, als gemütlich am Strand zu liegen und zu faulenzen.

Bei ihrer gestrigen Erkundung haben Chris und Moni einen Strand entdeckt den wir mit dem Auto befahren können. So etwas kennen die Beiden schon aus Florida. Der Autostrand ist nur 10 Minuten von unserem Hotel entfernt, kostet 8 Dollar pro Einfahrt und wir können den SUV somit als fahrbaren Strandkorb nutzen.

Wir sind früh dran und können uns daher einen schönen Platz vorne am Meer sichern. Christian klappt die Rücksitze um, so dass wir den gesamten hinteren Bereich des Wagens als große Liegefläche verwenden können und er, Camelot ich machen es uns mit kalten Getränken in unserem Strandkorb gemütlich.

Moni schlägt ihr Lager lieber im Sand auf. Wir haben herrliches Strandwetter – die Sonne lacht vom blauem Himmel, die Möwen quietschen fröhlich und wir genießen es, mal einen ganzen Tag rein gar nichts zu tun. Es weht ein starker Wind, daher können Cam und ich leider nicht im Sand buddeln, weil Moni da wieder Angst bekommt, wir könnten auf Nimmerwiedersehen ins Meer geweht werden – allerdings kommt man so auch nicht ins schwitzen. Hin und wieder rafft Moni sich auf, um ein wenig in den Wellen zu planschen oder am Strand lang zu spazieren um Muscheln zu sammeln, aber zum Schwimmen ist ihr das Meer zu kalt. Am Nachmittag ist der Strand ziemlich gut besucht. Viele Familien und Gruppen junger Leute beginnen zu grillen und aus einigen Autos tönt laute Musik.

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Gegen Abend baut Chris unseren Strandkorb wieder in ein Auto um – und sammelt die vom Winde verwehte und vom Sand panierte Moni ein – und wir fahren zurück zum Hotel. Als Moni sich vor dem duschen aus dem Bikini schält, können Cam und ich uns vor Lachen nicht mehr halten – erst jetzt sehen wir die interessanten Muster aus verschiedenen Rottönen auf ihrem Bauch, Oberschenkeln und vor allem auf ihrem Hintern. Sie hat sich zwar regelmäßig mit hohem, wasserfestem Sonnenschutz eingesprüht, anscheinend war die Sonne aber intensiver als gedacht. Durch den Wind hat sie dann auch nicht gespürt, dass Ihre Speckrollen zu Grillfackeln geworden sind.

Zum Abendessen wollen Chrismo heute mal Gumbo, das berühmte Eintopf Gericht der Südstaatenküche, ausprobieren.

Trip Advisor wird befragt und anscheinend bekommt man das authentischste und leckerste Gumbo bei Daddy Gumbo, ein Lokal, welches bereits mehrfach für dieses Gericht ausgezeichnet wurde.

Die beiden bestellen ein Gumbo mit Meeresfrüchten, dazu Salat, geröstetes Brot und Reis. Fazit: Beide haben zwar brav ihren Teller leer gegessen würden Gumbo aber so bald nicht wieder bestellen, da das Hauptgewürz dieses Gerichts (die gemahlenen Blätter des Sassafrasbaums) nicht unbedingt ihr Geschmack ist. Auch mit einer halben Flasche Tabasco, lässt sich der starke, an Nelken erinnernde Nachgeschmack, wohl nicht übertünchen.

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Mittlerweile ist der Sonnenbrand bei Monika nicht nur sichtbar, sondern auch fühlbar geworden – ständig rutscht sie auf ihrem Stuhl herum und kratzt sich am Bauch. Wegen dem Brennen und Jucken hat sie keine Lust mehr etwas zu unternehmen, daher fahren wir nach dem Abendessen zurück zum Hotel. Allerdings mit einem Abstecher zur Eisdiele von Ben & Jerry`s, wo Moni sich noch als Trostpflaster ein kleines Mint Chocolate Chunk mitnimmt.

Montag, 05.05.2014 Galveston – San Jacinto – Houston Downton – Houston Uptown

Tageskilometer : 175 km

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Wir stehen früh auf und nach dem Frühstück im Hotel wird ausgecheckt. Bevor wir uns allerdings Richtung Houston aufmachen, wollen Chrismo unbedingt noch herausfinden wo sich die Pelikane, welche wir die letzten beiden Tage immer wieder haben herum fliegen sehen, an Land aufhalten.

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Dr. Google wird befragt und anscheinend sollte Pier 19 in Galveston der Ort sein, vom man am häufigsten Pelikane antreffen kann.

Als wir dort ankommen, werden wir von den Fischern dort etwas merkwürdig angeschaut. Anscheinend handelt es sich um ein Pier der hauptsächlich gewerblich genutzt wird. Da wir die meisten Stege nicht betreten dürfen, fragt Moni kurzerhand die Angestellte eines Bootsverleih, wo hier der Landeplatz der Pelikane wäre. Wie leider schon häufig in den USA erlebt, ist die Dame zwar hilfsbereit, hat aber keine Ahnung. Hier muss immer erst der Manager befragt werden, ist dieser nicht greifbar herrscht Ratlosigkeit.

Chris und Moni versuchen ihr Glück auf eigene Faust und finden einen Bootssteg, welcher nicht ausschließlich den Fischereibetrieben zugänglich ist. Und siehe da – hier rasten, planschen und fliegen die gesuchten Wasservögel mit den tapsigen Paddelfüßen und den großen Schnäbeln! Wir sehen uns um und bemerken, dass dieser Platz sich direkt hinter dem Bürofenster der ratlosen Angestellten befindet. Soviel zu dem Thema. Christian und Monika machen ein paar Fotos von den tollpatschig Vögeln, dann setzen wir unsere Reise Richtung  Houston fort.

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Kurz vor Houston werden erst die beiden Stoffgeschäfte angefahren, die Moni sich schon in Deutschland ausgesucht hatte. Schließlich bekommt die Nähwütige hier nicht nur eine größere Auswahl an Stoffen, sondern diese auch noch zu einem günstigeren Preis. Chris, Cam und ich bleiben im Wagen – Moni, mit hektischen roten Flecken im Gesicht und Schnappatmung, im Kaufrausch zu erleben ist kein schöner Anblick. Anderthalb Stunden braucht sie um aus dem Sortiment auszuwählen, dann geht es weiter zum San Jacinto Monument welches – mit seiner 173,7 Meter hohen Säule das zweithöchste Monument der USA  – optisch an das Washington Monument erinnert. Auf seiner Spitze trägt es einen 220 Tonnen schweren Stern, das Symbol des Bundesstaates Texas. Es erinnert an die entscheidende Schlacht von San Jacinto, in der texanischen Revolution. Das Monument selbst ist sehr beeindruckend, es gibt auch einen Spiegelsee davor, allerdings verzichten wir darauf mit dem Fahrstuhl auf die Aussichtsplattform zu fahren, da die Umgebung des Monuments – ein großes Industriegebiet – nicht wirklich das ist, was wir uns unter einer schönen Aussicht vorstellen.

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Nur einige Meilen weiter, kann man das Battleship bewundern. Es handelt sich hierbei um die USS Texas, ein Schlachtschiff der United States Navy. Ihren ersten Einsatz hatte sie 1918 zu Beginn des Ersten Weltkrieges, wurde 1944 vor der Normandie Küste eingesetzt und war ab 1945 in Okinawa dabei, bevor sie nach Kriegsende 1948 dem Staat Texas übereignet wurde und im San Jacinto Battleground State Historic Site bei La Porte als Museum hergerichtet wurde. Das Schiffchen ist schon sehr beeindruckend, wir verzichten jedoch darauf das Schiff zu besichtigen, denn die enorme Hitze von über 40 Grad, ohne jeglichen Wind oder Schatten, schlaucht uns ganz schön.

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Weiter geht es nach Downtown Houston, wo wir ein wenig herum bummeln und Chrismo sich natürlich im Hardrock Café mit neuen T-Shirts eindecken müssen. Wir checken in unserem Hotel – wieder ein Comfort Inn – ein, allerdings weitaus moderner als das, welches wir in Galveston hatten. Anschließend steuert Chris, im dichtesten Verkehr, das große Einkaufszentrum The Galleria an. Die riesige Mall erstreckt sich über mehrere Etagen und Gebäude und bietet alles, was ein shoppingwütiges Herz begehrt. Anschließend gehen wir zum nahe gelegenen Waterwall Park, einer mehrstöckigen Skulptur mit Wasserfontänen, gegenüber dem Williams Tower. Chrismo noch eine Runde durch den Foodcorner des Einkaufszentrums und entscheiden sich für Cajun-Philly-Steak-Cheese-Sandwichs zum mitnehmen, welche später genüsslich im Hotel verzehrt werden.

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Dienstag, 06.05.2014 Houston – Avery Island/ Tabasco – Oak Alley Plantation – New Orleans / French Quarter

Tageskilometer : 700 km

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Für heute haben wir den Wecker auf 6:00 Uhr gestellt, schließlich haben wir heute eine lange Fahrtstrecke vor uns und viel Programm. Schon 5 Meter vor dem Hotel stecken wir im dichtesten Berufsverkehr. Der Abstecher zu Starbucks muss trotzdem sein – die Houston Citymug muss auf jeden Fall mit! Ein kurzer Tankstopp, dann übernimmt Moni wieder das Steuer.

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Wir erreichen den Bundesstaat Louisiana und dort unser nächstes Ziel die Insel Avery Island – weltweit bekannt, da dort die Tabascosauce hergestellt wird. Daher auch das Ziel von Chris und Moni, unseren beiden Chili-Liebhabern. Avery Island, eine 9 km² große Insel, ist von allen Seiten von Salzsumpf und Sumpfland umgeben und eine von 5 Salzdom-Inseln (Inseln die aus Salzablagerungen entstanden sind) an der Golfküste. Um die Insel betreten zu dürfen, müssen wir eine Maut von 1 Dollar entrichten.

Hier kann ausnahmsweise dann mal Christian seinen Kaufrausch ausleben und so finden einige Tabasco T-Shirts, Kappen und natürlich auch einige Tabasco Saucen ihren Weg in den Einkaufswagen. Dazu können die beiden fleißig Kostproben nehmen von den verschiedensten Tabascosaucen, -Relish, -Senf, -Schokolade und sogar Tabasco-Eis und Tabasco-Limonade kann man hier probieren und kaufen.

Auch für Camelot werden wir hier fündig und er kann das Geschäft stolz mit einem knallroten Tabasco-Shirt verlassen.Wir verraten ihm erst später, dass es sich dabei eigentlich um ein Shirt für kleine Hunde handelt. Irgendwie trägt er momentan die Schoßhündchen-Kollektion.

 

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Weiter geht es zur Oak Alley Plantation, eine historische Plantage am Mississippi River. Die Hauptattraktion dieser malerische Anlage ist sicherlich die 240 Meter lange Eichenallee, welche bereits im frühen 18. Jahrhundert gepflanzt wurde, und eine Gasse zwischen dem Haus und dem Mississippi River bildet. Wir nehmen an dem geführten Rundgang teil, welcher für 20 Dollar pro Person angeboten wird. Cam und ich bleiben im Rucksack und kommen daher gratis rein.

Die Führung beinhaltet das eingerichtete Herrenhaus und die Allee und dabei erfährt man noch die interessante Geschichte der Plantage. Später können sich die Besucher frei auf dem Gelände umsehen und die Gärten und rekonstruierten Sklavenquartiere besichtigen. Fast 200 Sklaven haben auf dieser Plantage gelebt und gearbeitet.

 

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Nach diesem Ausflug in die Vergangenheit geht es weiter und nach einer Fahrt vorbei an grünem Sumpfland erreichen wir unser letztes Ziel der Reise – New Orleans, die größte Stadt im Bundesstaat Louisiana und weltweit bekannt als „Wiege des Jazz“. Unser Hotel, das Omni, befindet sich direkt im bekannten French Quarter, der historischen Altstadt von New Orleans. Hier gibt es keine Alternative zum angebotenen Valetparking des Hotels und so geben Chrismo den Wagen ab und checken ein. Das 4-Sterne Haus und auch unser Zimmer selbst ist – wie bei der Omni- Kette üblich – sehr luxuriös eingerichtet. Also – perfekte Lage und perfektes Hotel für diese Stadt. Wir machen uns kurz frisch, dann stürzen wir uns direkt in das abendliche Getümmel des French Quarters. Die Altstadt stammt noch aus der französischen und spanischen Zeit, daher finden sich hier auch noch zahlreiche Gebäude im Kolonialstil, welche der Stadt ein besonderes Flair verleihen.

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Wir spazieren durch diesen malerischen Stadtteil. An jeder Ecke wird Musik gespielt und es herrscht eine entspannte, fröhliche Stimmung.

Moni und Chris entdecken das Hardrock Café und decken sich dort nicht nur mit neuen T-Shirts ein, sondern gönnen sich dort auch direkt ein leckeres Abendessen inklusive Mojitos für Moni und Bier für Chris. Camelot und ich feiern derweil mit den Hardrock Bären im Shop.

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Mittlerweile ist es 22 Uhr und wir bummeln weiter durch die Altstadt, wo langsam aber sicher das Nachtleben beginnt. Ich muss zugeben, ich bin doch ein wenig entsetzt, als ich einige weibliche Menschen entdecke, welche doch tatsächlich aller Welt ihre Höcker zeigen… allerdings befinden sich diese – anders als bei Camelot – nicht auf dem Rücken und sind völlig unbefellt. Einige der Damen strecken mir Ihre unbefellten Hinterteile entgegen. Ich schaue nach, ob sie – so wie Moni – Sonnenbrand auf den Arschbacken haben, aber dies scheint nicht der Grund zu sein, aus dem sie meine Auferksamkeit wünschen. Ich frage Christian, der daraufhin irgendwas von „nicht jugendfrei“ murmelt und meinen Ausguck vom Rucksack verschließt.

Zurück im Hotel gehen wir auf das Pooldeck. Von dort haben wir eine fantastische Aussicht über die Skyline von New Orleans.

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Mittwoch, 07.05.2014 New Orleans – Mississippi Steam Boat – Garden District – French Marcet

Tageskilometer : 25 km

Um 8:00 Uhr springen wir aus den Federn und spazieren zur Anlegestelle des Natchez Steamboat am Mississippi River um Tickets für die Fahrt mit dem Dampfschiff zu bekommen. Danach gibt es im French Quarter bei Johnny´s ein leckeres Frühstück – Moni und Chris probieren dort die traditionellen Po-Boys, ein Sandwich aus Louisiana, eigentlich ein französisches Baguette, welches mit frittierten Meeresfrüchten, Käse oder Fleisch belegt ist.

Anschließend geht es zurück zur Anlegestelle, wo um 11 Uhr das Check-In für die Schiffsfahrt beginnt. Wir sichern uns den besten Platz, auf dem obersten Deck vorne links mit kleinem Verdeck, so dass wir während der Fahrt nicht von der Sonne gegrillt werden. Die Schiffsfahrt dauert 2 Stunden, dabei wird man mit Jazzmusik einer Live Band unterhalten. Nachdem wir wieder von Bord gegangen sind, klappert Moni noch zwei Starbucks Cafés ab um dann beim dritten Geschäft endlich fündig zu werden – jetzt ist sie auch stolze Besitzerin ener New Orleans Citymug und darf diese den restlichen Tag durch die Stadt schleppen.

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Wir springen auf einen der Hop-on-Hop-off-Busse auf und lassen uns bis zum Garden District fahren. Dort spazieren wir an den herrlichen alten Häusern vorbei, die teilweise noch aus dem 18. Jahrhundert stammen und dann über den Lafayette Friedhof. Die Friedhöfe in New Orleans sind richtigeTouristenattraktionen, denn aufgrund der tiefen Lage der Stadt, und dem damit verbundenen sehr feuchten Boden, gibt es keine herkömmlichen Friedhöfe. Seit 1830 werden die Toten in Mausoleen beerdigt, was die Friedhöfe wie kleine Städte aussehen lässt – auch Cities of the Dead genannt. Mit dem letzten Bus lassen wir uns zurück ins French Quarter bringen und schauen uns dort den Jackson Square, den ehemaligen Paradeplatz,an auf dem auch die St.-Louis-Kathedrale steht, anschließend wollen wir noch über den French Market bummeln, allerdings wird hier bereits zusammen gepackt.

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Völlig verschwitzt und kaputt gehen wir zu unserem Hotel zurück um uns dort kurz frisch und vorzeigbar zu machen. Anschließend marschieren wir erneut zum French Market wo Chrismo sich bei Louisiana Pizzakitchen beide die große Roasted Garlic Pizza bestellen. Cam und ich schauen uns entsetzt die Mengen an ganzen Knoblauchzehen an die sich auf den Pizzen befinden und vermuten dahinter eine Strategie der Beiden, am nächsten Tag nicht ins Flugzeug gelassen zu werden und damit den Rückflug zu vermeiden.

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Es ist bereits schon spät als wir ins Hotel zurück kommen und nach diesem langen, anstrengenden Tag wollen Chris und Moni eigentlich nur noch ins Bett, allerdings wartet noch viel Arbeit auf die beiden.

Als erstes lassen Sie sich im Parkhaus den Wagen vorfahren, den sie komplett leer räumen müssen. Die unzähligen Tüten und Taschen werden ins Zimmer gebracht, wo Chrismo jetzt das gesamte Gepäck, zuzüglich der ganzen Einkäufe der letzten drei Wochen, fein säuberlich auf die drei Koffer verteilen müssen, die jeweils nicht mehr als 23 Kilo wiegen dürfen.

2 Stunden und drei Nervenzusammenbrüche später haben wir zwei Koffer die bis zum Limit voll gepackt sind, einen der zwei Kilo zu schwer ist, und zwei Handgepäckstücke die bis zur Oberkante mit allem voll gestopft wurden was schwer ist.

Jetzt heißt es : Hufe drücken, dass die Zwei damit durchkommen.

Donnerstag, 08.05.2014 Abreise New Orleans – Chicago – Düsseldorf

Tageskilometer : 30 km

Wir stehen um 6:00 Uhr auf und machen uns abreisefertig. Die Fahrt zum Flughafen dauert nur wenige Minuten dann sind wir bereits bei Alamo und müssen den Mietwagen abgegeben. Moni hat, wie immer am letzten Urlaubstag, ihre „Allergie“ und läuft den ganzen Tag feuchten, roten Augen rum. Chrismo gebe die Koffer auf und die Dame am Schalter reklamiert – wie befürchtet – einen der drei Koffer wegen Übergewicht. Chris reagiert sofort, holt unsere kleine Kühltasche aus dem Koffer, packt dort zwei Strandlaken hinein noch ein wenig von den Sachen, die als Notlösung ins Handgepäck gepackt wurden und gibt trotzig das Mini Gepäckstück als vierten Koffer auf. Dank seinem Silberstatus können die Zwei 4 Gepäckstücke bis max. 23 kg ohne Mehrkosten aufgeben. Problem gelöst. Es geht wieder durch den Zoll, dann können wir endlich frühstücken. Die Auswahl ist leider nicht besonders groß, daher gibt es heute kalte Muffaletta Sandwiches. Einige Stunden später landen wir in Chicago wo Chris und Moni beim Anblick des Chili´s to go nicht widerstehen können und sich noch etwas bestellen um es als Reiseproviant mitzunehmen, dann wird auch schon unser Flug aufgerufen. Die Maschine befindet sich bereits auf der Startbahn als der Pilot plötzlich Probleme mit den Bremsen durchsagt. Die Maschine wird zurück zum Terminal gefahren wo man versucht das Problem zu beheben. 1 Stunde später erfahren wir dann, dass ein Weiterflug mit diesem Flugzeug leider nicht möglich ist. Alle Passagiere werden gebeten wieder im Wartebereich Platz zu nehmen und auf weitere Anweisungen zu warten. Erst Stunden später steht ein neues Flugzeug zur Verfügung welches uns sicher nach Düsseldorf bringt. Dort kommen wir am nächsten Tag, zwar müde und mit mit einigen Stunden Verspätung, aber gesund und glücklich an.

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Es mag ja sein, dass Texas nicht zu den üblichen USA-Reisezielen gehört, aber jetzt, nachdem wir diesen Teil Amerikas drei herrliche Wochen lang bereisen durften und insgesamt 5.945 km Fahrtstrecke zurück gelegt haben, können wir sagen – es gibt überhaupt keinen Grund dafür!

Texas hat viel mehr zu bieten als viele denken und ist auf jeden Fall eine Reise wert. Von unseren bisherigen USA-Roadtrips rangiert die diesjährige Texas – New Mexico-Louisiana-Tour auf jeden Fall ganz weit oben.

Wir haben unendlich viele Eindrücke gewonnen die diese Reise auf jeden Fall unvergesslich machen, und eines Tages kommen wir ganz bestimmt wieder !

Also meine Lieben – Don´t mess with Texas!

Euer Bob!

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